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Missbrauch von Kindern: Ein Beschuldigter stammt aus dem Landkreis Uelzen

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Von: Lars Becker

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Polizeipräsident von Köln
Der Kölner Polizeipräsident Falk Schnabel zeigte sich entsetzt über das Ausmaß an Brutalität im Missbrauchskomplex Wermelskirchen. Einer von mehr als 70 Beschuldigten lebt im Landkreis Uelzen. © Oliver Berg/dpa

Unter den mehr als 70 Beschuldigten im neuen Kindesmissbrauchs-Komplex von Nordrhein-Westfalen ist ein Mann, der im Landkreis Uelzen lebt. Dieser war 2018 am Amtsgericht Uelzen rechtskräftig zu einer sechsmonatigen Bewährungsstrafe wegen der Verbreitung und des Besitzes von kinderpornografischem Material verurteilt worden.

Hannover/Uelzen – Das bestätigte der AZ am Donnerstagabend auf Anfrage Kathrin Söfker, Pressesprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover, die die niedersächsische Schwerpunktstaatsanwaltschaft im Bereich Kinderpornografie ist.

Laut NDR laufen Ermittlungen gegen zwei weitere Männer aus Niedersachsen – sie sollen aus Oldenburg und Clausthal-Zellerfeld kommen. Das Verfahren gegen einen ebenfalls ins Visier der Behörden geratenen Mann aus Meppen sei indes eingestellt worden, weil dieser noch bis 2024 eine Haftstrafe wegen des Besitzes und der Verbreitung kinderpornografischen Materials in dem aktuellen Tatzusammenhang absitze, so der NDR.

Videodateien und Bildmaterial in erheblichem Umfang gesammelt

„Den Rechner voller Kinderpornos“ – so titelte die AZ am 25. Oktober 2018 die Berichterstattung über den Prozess gegen den damals 41-Jährigen aus Uelzen. Der hatte damals Videodateien und Bildmaterial in erheblichem Umfang gesammelt. Auf die Frage der Richterin, ob er sich von Kindern angezogen fühle, antwortete er: „Ich würde sagen Nein.“

Therapeutische Hilfe habe er sich nicht gesucht, aber „jedem versprochen, das nicht mehr zu machen. Jetzt, wo ich darüber informiert bin, würde ich auch gar nicht mehr auf solche Seiten wollen, selbst wenn ich könnte“, zitierte die AZ den Angeklagten. Nun ist er also erneut Verdächtiger im identischen Deliktfeld. Was die Staatsanwaltschaft ihm im Detail zur Last legt, ist nicht bekannt.

Hauptbeschuldigter ist ein 44-Jähriger aus Wermelskirchen. Die Hälfte seiner Opfer sei jünger als drei Jahre gewesen, teilten die Ermittler in Köln mit.

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