Impfzentrum Uelzen

Der Ministerpräsident verspricht Uelzens Landrat am Telefon mehr Impfstoff

Ampullen der Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna und AstraZeneca werden präsentiert.
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Das Impfzentrum Uelzen soll jetzt doch von einer Umverteilung der für Über-80-Jährige besonders empfohlenen Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer profitieren.
  • Lars Becker
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Uelzens Landrat Dr. Heiko Blume ist von Ministerpräsident Stephan Weil am Telefon darüber informiert worden, dass das Impfzentrum Uelzen von einer Umverteilung des Corona-Impfstoffes profitieren wird.

Uelzen/Landkreis – Vier Briefe von Landrat Dr. Heiko Blume (CDU) an die inzwischen aus gesundheitlichen Gründen von ihrem Amt zurückgetretene Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) hatten nichts bewirken können – der an den ebenfalls sozialdemokratischen Ministerpräsidenten Stephan Weil offenbar schon: Das Impfzentrum Uelzen soll jetzt doch mehr der für Über-80-Jährige besonders empfohlenen Impfstoffe von Moderna und Pfizer-Biontech zugewiesen bekommen – eine gute Nachricht für die Menschen in den Landkreisen Uelzen und Lüchow-Dannenberg.

Wie Blume auf entsprechende Anfrage der AZ erklärte, hatte sich der niedersächsische Landesvater bereits am Montag vergangener Woche in der Angelegenheit telefonisch bei ihm gemeldet. In jenem Gespräch am 22. Februar kündigte Weil einen Anruf von Staatssekretär Heiger Scholz an – der kam dann auch zwei Tage später.

„Er hat mir avisiert, dass es in Niedersachsen zugunsten des Impfzentrums Uelzen eine Umverteilung von Impfstoff geben soll, der für die Risikogruppe der Über-80-Jährigen geeignet ist. Das ist bei AstraZeneca ja bislang nicht der Fall. Noch können wir das nicht feststellen, aber das benötigt auch eine gewisse Vorlaufzeit von zwei bis drei Wochen, die nicht um ist. Insofern ist es noch zu früh, das abschließend zu beurteilen, aber ich gehe davon aus, dass das so kommen wird“, so der Landrat.

Sechs Wochen nach erstem Vorstoß ein Umdenken

Dr. Heiko Blume hatte die Verteilung des zur Verfügung stehenden Impfstoffes ausschließlich nach Einwohnerzahlen gegenüber Ministerin Reimann wiederholt als nicht sachgerecht verurteilt und „vermeidbare Todesfälle“ befürchtet. Jürgen Schulz, Landrat des Kreises Lüchow-Dannenberg, hatte Blume unterstützt.

Beide Politiker forderten, dass bei der Verteilung der Vakzinen berücksichtig werden müsse, dass in beiden hiesigen Landkreisen mit gemeinsamem Impfzentrum in Uelzen mehr Über-80-Jährige und mehr Menschen in Alten- wie Pflegeheimen lebten als im Landesdurchschnitt.

Sechs Wochen nach seinem ersten Vorstoß in Richtung Landesregierung gab es dort also offenbar ein Umdenken. Jetzt muss der Impfstoff „nur“ geliefert werden.

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