„12 Millionen keine Kleinigkeit

Wittingen - Von Holger Boden . Nun sollen wegen der von Wittingen gewollten Südumgehung die Drähte nach Hannover und Berlin glühen. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Hubertus Heil, der sich gestern im Rathaus über die städtischen Vorstellungen zur A39 informierte, will sich für die Wittinger Wünsche einsetzen. Zusagen hinsichtlich des Erfolges seiner Unterstützung konnte der Bundespolitiker freilich nicht machen.

Rund 12 Millionen Euro mehr – das ist der gravierende Nachteil, den die Südumgehung mit einer A39-Auffahrt gegenüber der Zwei-Anschlussstellen-Lösung ohne südliche Stadtumfahrung hätte. Der Planungsbehörde des Landes und dem Zahlmeister Bundesrepublik werden Heil und die Stadtväter den Sinn dieser Mehrausgabe plausibel machen müssen.

Denn für diese 12 Millionen Euro Differenz – über 14 statt 2,5 Millionen Euro – gibt es wohlgemerkt nur die Anschlussstelle zwischen Eutzen und Glüsingen plus die Neubautrasse der Südumgehung bis hin zur L286, irgendwo in der Nähe von Stackmanns Teichen. Noch nicht inbegriffen wäre der angestrebte Ausbau der Umgehung bis hin zur B244 bei Suderwittingen oder gar bis zur L282 zwischen Wittingen und Rade. Nicht inbegriffen wäre auch die erhoffte Verlängerung der Umfahrung in Richtung Hankensbüttel, um parallel zur OHE-Strecke eine neue, schnelle Verbindung zwischen beiden Orten zu schaffen und den Verkehr aus der Alt-Isenhagener Ortsdurchfahrt herauszuhalten. Nicht inbegriffen wäre auch die zusätzlich nötige Brücke über den Elbe-Seitenkanal.

Heil hielt das, was der SPD-Fraktionsvorsitzende Hans-Heinrich Koch als die "für die Region verkehrsgünstigste Lösung" bezeichnete, dennoch für eine "charmante Idee" – insbesondere mit Blick auf die angestrebte Entlastung der Bahnhofstraße mit ihrem höhengleichen Bahnübergang, über den in einigen Jahren die Regio-Stadtbahn rollen soll. Voraussetzung für die Realisierung einer Südumgehung wäre zunächst, die Trasse in den vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplanes zu bekommen. Dessen Neuaufstellung wird für 2013 bis 2015 erwartet.

Um das Ziel zu erreichen, will Heil nun das Gespräch mit den Planern in Wolfenbüttel suchen und für die Rathausspitze einen Gesprächstermin im Bundesverkehrsministerium vereinbaren. Laut Stadtbürgermeister Karl Ridder hält die Wolfenbütteler Behörde die teurere Variante für "nicht vermittelbar".

Der SPD-Parlamentarier ließ auch durchblicken, dass Wittingen sich angesichts der Mehrkosten möglicherweise darauf einstellen muss, eine eigene finanzielle Beteiligung in die Verhandlungsmasse einzubringen: "12 Millionen Euro sind keine Kleinigkeit." Zudem müsse man sich um "großkoalitionäre" politische Rückendeckung aus Hannover bemühen und Hankensbüttel mit seinen Interessen einbinden.

Bei den Gesprächen soll auch die Frage des Standortes einer Tank- und Rastanlage zur Sprache kommen. Ridder betonte, dass die Stadt eine Platzierung an der VW-Teststrecke bevorzuge.

Erschienen: 13.01.2010: IK / 10 / Seite:3

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