Die Wochenrevue von Andreas Becker

Metronom: Das Schweigen der Kandidaten

Sie besuchen Altenheime, sie besichtigen Firmen, sie bereisen Dörfer – die vier Landratskandidaten machen Wahlkampf. Gut so! Richtig so! Wichtig so! Plakate an den Straßen, Standgespräche in der City, Pressemitteilungen in den Medien – Blume, Fabel, Krumböhmer und Nowak – in alphabetischer Reihenfolge – spielen virtuos die Klaviatur der politischen (Selbst-)Darstellung.

Gut so! Richtig so! Wichtig so! Wirklich? Nein! Denn: Da rast eines der größten Unternehmen in Stadt und Landkreis Uelzen mit Vollgas in Richtung Abstellgleis – und die Herren Kandidaten? Nichts hören, nichts sagen, nichts sehen – die fast täglich wechselnde Berg- und Talfahrt des Metronom bleibt unkommentiert. Kein Besuch bei Pendlern und Lokführern, keine Besichtigung von Firmen- und Gewerkschaftszentrale, keine Bereisung mit fahrenden Zügen. Warum machen die Landratskandidaten einen großen Bogen um jenes Thema, das Tausenden von Bürgern und Wählern seit mittlerweile über fünf Monaten die An- und Abreise zu und vom Arbeitsplatz zur Fahrt ins Nirwana werden lässt? Warum schweigen die Landratskandidaten, wenn es ganz konkret um Arbeitsplätze für Menschen aus der heimischen Region geht? Die Wähler warten auf Antworten ihrer politischen Vertreter. Vor dem Urnengang am 11. September. Ansonsten heißt es am Wahlabend für die Landratskandidaten: Endstation, Abstellgleis!

andreas.becker@cbeckers.de

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