Meine Woche in Berlin

Organspendepass für alle!

Das Thema Organspende, über das wir im Bundestag kürzlich entschieden haben, ist mir ein wichtiges Anliegen. Ich versuche, bei meinen Kontakten mit Bürgern und Bürgerinnen bei Veranstaltungen und wo immer es passt, darüber ins Gespräch zu kommen, zuletzt auf dem „Marktplatz der Möglichkeiten im Herz- und Gefäßzentrum Bad Bevensen.

Das maßgebliche Dokument für, aber auch gegen die Organspende ist der Organspendeausweis. Dabei ist ganz entscheidend, dass auf dem Spenderausweis nicht nur eine generelle Zustimmung zur Spende aller Organe dokumentiert werden kann. Ebenso wichtig ist, dass auch angekreuzt werden kann, dass man sich gegen jede Organspende entscheidet oder bestimmte Organe von der Spende ein- oder ausschließen will. Auf diese Weise trifft man die Entscheidung, was im Falle eines Falles passieren soll, ganz für sich allein. Damit sind auch unsere Angehörigen entlastet von der Verantwortung, in einer sehr belastenden Situation eine Entscheidung fällen zu müssen, von der sie oft nicht sicher wissen, ob sie in unserem Sinne ist! Denn sie haben ja häufig keine Kenntniss, wie wir zur Frage der Organspende stehen oder fühlen sich bei unterschiedlicher Meinung zum Thema in einen unnötigen Gewissenskonflikt gedrängt. Eine im Ausweis einmal getroffene Festlegung kann übrigens jederzeit geändert werden, einfach durch Vernichtung der alten und gegebenenfalls durch Ausfüllen einer neuen Karte. Ich bitte Sie daher alle, sich mit diesem schwierigen Thema zu befassen und einen Organspendeausweis auszufüllen, um ihre Einstellung zu dokumentieren! Sprechen Sie auch mit Ihren Angehörigen über dieses Thema. Diese eigene Festlegung für oder gegen die Organspende und das ständige Mitführen eines Ausweises hilft Kranken, Ärzten und Angehörigen gleichermaßen. In unserer Familie haben wir uns besprochen, ich selber habe seit 2003 meine Bereitschaft zur Organentnahme dokumentiert und trage die Karte ständig bei mir!

Kirsten Lühmann ist SPD-Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis Celle/Uelzen. Sie können die Kolumne auch kommentieren unter www.az-online.de/lokales/kolumnen.

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