Mein Freund...

. . . der Baum. . . ist tot. . . er starb im frühen Morgenrot. . . – Unwillkürlich kamen unserem Mann neulich diese Zeilen eines Liedes von Alexandra in den Kopf. Die er eigentlich zutiefst schnulzig und fürchterlich findet.

Aber die Situation drängte ihm das Lied förmlich auf. Denn im Wald vor seiner Haustür wurden dieser Tage zahlreiche Bäume gefällt. Auch „seine“ stolze Buche, direkt vor dem Wohnzimmerfenster. Dieser prächtige Baum mit einem Stammdurchmesser von locker einem Meter. Seine Buche, in deren Krone die Eichhörnchen tobten und turnten. Seine Buche, der er so gern zugesehen hat, wenn ihr Laub vom Wind gewogen wurde und die Sonnenstrahlen die Baumkrone zum Kunstwerk werden ließen. Seine Buche, an deren Fuß er eines der Eichhörnchen begraben hat, als er es tot auf der Straße gefunden hatte. Eben diese Buche ist nun mit einem lauten Krachen und Stöhnen zu Boden gefallen. Als wollte sie sich wehren, sich halten, riss sie drei weitere kleine Bäume in ihrem Sturz mit um. Und während der dumpfe Aufschlag die Gläser auf dem Tablett zum Klirren brachte, stand er am Fenster und musste einige Male den dicken Kloß in seinem Hals wegschlucken, ein trauriger.

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