Neue Regelung im Kreis Uelzen: Land erhöht zulässige Beregnungsmengen

Mehr Wasser für die Felder

„Wir wollen eine pragmatische Lösung finden“: Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander erläuterte gestern im Uelzener Kreishaus den neuen Landes-Erlass. Demnach dürfen Landwirte ab 2012 mehr Grundwasser zur Feldberegnung nutzen. Fotos: Ph. Schulze

Uelzen/Landkreis. „Das Thema Feldberegnung ist in unserem Landkreis so wichtig wie vielleicht in keinem anderen Landkreis in Deutschland. “ .

Landrat Heiko Blume ließ beim gestrigen Besuch von Niedersachsens Umweltminister Hans-Heinrich Sander (FDP) im Uelzener Kreishaus keinen Zweifel daran, welche Bedeutung die Grundwasser-Nutzung für die hiesige Landwirtschaft hat. Und Sander überbrachte gute Nachrichten: Die Landwirte im Kreisgebiet dürfen ab dem nächsten Jahr vorübergehend mehr Grundwasser für die Feldberegnung nutzen. Das besagt ein neuer Erlass des Landes.

„Das Produktionsmittel Wasser muss den Landwirten zur Verfügung gestellt werden. Wir wollen deshalb eine pragmatische Lösung finden – und bloß nicht mehr Bürokratie als notwendig“, bekräftigte Sander, dessen Besuch im Kreishaus einer seiner letzten offiziellen Termine war. Denn der seit 2003 amtierende Minister hat für Anfang 2012 seinen Rücktritt angekündigt (AZ berichtete).

Der neue Erlass des Landes gilt zunächst nur für den Kreis Uelzen. „Hier war das Problem besonders drängend“, erklärte Gundela Nostiz, stellvertretende Abteilungsleiterin für Wasserwirtschaft im Umweltministerium. Deshalb wird die Grundwassermenge, die die heimischen Landwirte für die Feldberegnung entnehmen dürfen, künftig um 30 Millimeter pro Jahr und Hektar Anbaufläche erhöht. Diese Regelung gilt offiziell für 2012 und 2013, wirkt sich aber bereits auf das laufende Jahr aus. „Es wird 2011 keine Ordnungswidrigkeitenverfahren bei einer erhöhten Entnahme von Grundwasser geben“, versprach Nostiz.

Darüber hinaus ermöglicht der Erlass den Landwirten im Kreis mehr Flexibilität bei der Feldberegnung. Denn der Bilanzzeitraum, in dem sie die erlaubte Durchschnittsmenge Wasser entnehmen dürfen, wird von sieben auf zehn Jahre ausgedehnt. Der dritte Kernpunkt der neuen Regelung: Es wird eine Lenkungsgruppe, unter anderem aus Landwirten und Wasserexperten gebildet, die die Umsetzung des Erlasses vor Ort begleitet. Eine Arbeitsgruppe soll zudem dafür sorgen, dass die Einhaltung der Mengenbegrenzung überwacht wird.

Sobald belastbare Daten über die Auswirkungen auf die Grundwassersituation in der Region Uelzen vorlägen, werde das Ministerim „prüfen, ob die Methode, die hier angewandt wird, auch auf den Kreis Lüneburg übertragbar ist“, sagte Nostiz. Bei positiven Erfahrungen könnte ab 2014 eine grundsätzliche Änderung des Mengenbewirtschaftungserlasses für ganz Niedersachsen folgen. Genau das ist für Landrat Blume besonders wichtig. „Wir brauchen eine einheitliche Regelung. Es darf im Land keinen Flickenteppich geben“, betonte er.

Uelzens Kreislandwirt Thorsten Riggert begrüßte den neuen Erlass ausdrücklich. „Nach vielen Jahren wird endlich etwas in Gang gesetzt“, meinte er. „Es ist wichtig, dass wir hier vernünftig Landwirtschaft betreiben können, und dazu gehört das Wasser.“ Auch Riggerts Amtsvorgänger Rainer Fabel freute sich über die Änderungen zugunsten der Landwirte: „Erstmals liegt ein Konzept vor, um eine kurzfristige Lösung zu erzielen. Die zusätzlichen 30 Millimeter werden uns erst mal weiterhelfen.“

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