Mehr als ein Generationswechsel

Marc Rath

Von Marc Rath - Die Kommunalpolitik im Landkreis steht vor tiefen Veränderungen und großen Wechseln. Knapp ein Jahr vor der Kommunalwahl hat Landrat Theodor Elster gestern seinen Abschied von der Kreisspitze für Ende 2011 angekündigt. Über alle Parteigrenzen und unterschiedlichen Einschätzungen hinweg ist wohl unstrittig: Es ist das Ende einer Ära.

Klaus-Jürgen Hedrich, erst Peter, dann Brigitte Struck, Manfred Daum, jetzt Theodor Elster – die alten Fahrensleute, die diese Region schon zu Zeiten ihrer Randlage im Schatten der Grenze geprägt haben, verabschieden sich nach und nach. Elsters Schritt werden 2011 viele weitere in seiner Generation folgen. Knut Markuszewski und Rainer Kölling als Verwaltungsleiter etwa. Im Uelzener Stadtrat zeichnet sich ab, dass kaum einer der über 60-Jährigen wieder antreten will. Da lichten sich fast ganze Reihen.

Es wird einen personellen Umbruch geben. Schon jetzt ist die Generation der 40er in einigen wichtigen Ämtern angekommen: Henning Otte und Kirsten Lühmann sitzen im Bundestag, Jörg Hillmer im Landesparlament, Torsten Wendt oder Jürgen Markwardt fungieren an Verwaltungs-Spitzen.

Alter ist kein Wert an sich und manch einer der hier Genannten agiert so, als wäre er eher älter oder auch (noch) jünger. Die Erfahrungen dieser „neuen“ Generationen sind jedoch ungleich anders. Gegen die Umwälzungen in den vergangenen Jahren waren die 60er bis 80er Jahre fast beschaulich, wenngleich auch diese von etlichen Herausforderungen geprägt waren. Der größte Unterschied: Damals gab es noch Geld zu verteilen – jedenfalls glaubte und tat man es.

Heute ist klar: Die Verantwortlichen der nächsten Wahlperiode werden viele neue Strukturen schaffen müssen, um das kommunale Leben noch lebenswert erhalten zu können. Es wird schmerzhafte Einschnitte geben (müssen), die vielfältige Proteste hervorrufen dürften.

Kommunalpolitik wird vielleicht wichtiger denn je, aber voraussichtlich auch so unattraktiv wie nie – wer hat schon gerne nichts zum Verteilen und lässt sich dann dafür auch noch anmachen? Und das in einer Zeit, in der freie Zeit immer seltener fürs allgemeine Wohl investiert wird.

Es gilt, in mancherlei Hinsicht umzudenken. Nicht nur neue Köpfe wird es geben, das Verhältnis zwischen Bürgern und der Kommunalpolitik muss auf neue Füße gestellt werden. Dazu gehören beide Seiten – ein wichtiger Schritt ist, dass sich möglichst viele einbringen wollen und zur Wahl aufstellen lassen.

marc.rath@cbeckers.de

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