Polizei: Corona wirkt sich auf Uelzener Kriminalstatistik aus

Mehr Fälle häuslicher Gewalt

Eine Frau kauert auf dem Boden und wird mit einer geschlossenen Faust bedroht
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Die Gefahr, Opfer häuslicher Gewalt zu werden, ist während der Pandemie gestiegen. 
  • Lars Lohmann
    vonLars Lohmann
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Weniger Wohnungseinbrüche, ein Rückgang der Fälle von Körperverletzungen, aber eine Zunahme der Fälle von häuslicher Gewalt. So lassen sich die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Kriminalstatistik des Polizeikommissariats Uelzen zusammenfassen.

Uelzen/Landkreis –„Durch Corona ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer häuslicher Gewalt zu werden, gestiegen“, konstatiert Uelzens Polizeichef Dieter Klingforth. 131 Fälle verzeichnet die Statistik für 2020 – ein Anstieg um zwölf Prozent im Vergleich zum Vorjahr und sogar um 20 Prozent im Vergleich zum Mehrjahresmittelwert. Auch für die beiden ersten Monate des Jahres 2021 sind die Zahlen hoch. Im Januar wurden elf Fälle und im Februar 14 Fälle aufgenommen.

Einer der Gründe für den Anstieg sei sicherlich, dass sich die Opfer und Täter aufgrund der Pandemie länger gemeinsam zu Hause aufhalten. Dann steige auch die Wahrscheinlichkeit, dass es zu häuslicher Gewalt kommt, die selbst kein Straftatbestand ist, sondern meist als Körperverletzung aufgenommen wird.

„Als Polizei können wir den Opfern durch Wegweisungen die Luft verschaffen, um Hilfe zu suchen“, erklärt Klingforth. Dazu stehe man in Kontakt mit den Hilfseinrichtungen. Ob die Opfer diese nutzen, hänge von ihnen ab. Es gibt laut Hans-Jürgen Nischk, Leiter des Kriminalermittlungsdiensts, durchaus Wiederholungsfälle, bevor sich Opfer entscheiden, Hilfe zu suchen.

Positiv hebt Klingforth hervor, dass die Zahl der Alarmierungen aus der Nachbarschaft gestiegen ist. „Die Sensibilität des Umfeldes ist gestiegen.“

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