Masseneintritt in die SPD?

mr Uelzen/Landkreis. Eva Gresky bricht fast in Begeisterung aus, als der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion, Jacques Voigtländer, den Entwurf des Kreiswahlprogramms seiner Partei zur A39 zitiert: "Die beabsichtigte Trassenführung der A39 durch unseren Landkreis wird insbesondere seit Bekanntgabe der Vorzugstrasse in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. So wird auch in unseren Reihen teilweise die Meinung vertreten, dass vor dem Beginn des Baus der Autobahn der weniger einschneidende und kostengünstigere Ausbau der B4 mit Orts-umgehungen geprüft werden sollte", heißt es da.

"Genau das ist es", ruft die Aktivistin gegen das Autobahn-Projekt. "Moment", beschwichtigt Voigtländer die Abordnung der A-39-Gegner, die das Gespräch mit ihm sucht, und liest weiter: "Mehrheitlich sind wir jedoch der Auffassung, dass mit dem Bau der A39 möglichst zügig begonnen werden sollte..."

Gresky stöhnt. "Wann kehrt denn die Vernunft ein?", fragt sie den Politiker. Voigtländer gesteht, dass er das Projekt mit einer "sehr differenzierten Haltung" mitträgt. "Die Frage bleibt, was als wirtschaftlicher Effekt hier hängen bleibt."

Die grundsätzliche Schlacht für oder gegen eine Autobahn sieht der SPD-Politiker indes seit 15 Jahren als geschlagen an. "Damals haben wir uns als Region darauf festgelegt."

Voigtländer nennt einen weiteren Grund, warum er jetzt keine Alternative mehr sieht: "Diese Variante ist ein Schulterschluss zweier Länder. Wenn wir den aufkündigen wollen, interessiert das außerhalb von Uelzen niemanden."

Gresky will jedoch nichts unversucht lassen. "Wir werden uns um einen Termin bei Herrn Struck bemühen. Als Abgeordneter muss er auch unsere Interessen vertreten." Ein weiterer Weg fällt ihr dann auch noch ein: "Dann müssen wir eben alle in die SPD eintreten", sagt sie kämpferisch.

Erschienen: 31.05.2006: AZ / 125 / Seite:5

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