Marktcenter: Chance für den gesamten Kreis

Frischen Wind soll das Uelzener Marktcenter am Veerßer Tor in die Stadt bringen. Es soll die Menschen dazu bewegen, ihre Einkäufe in der Uhlenköperstadt zu erledigen – und nicht in Lüneburg oder Hamburg.

Dennoch gibt es so kurz vor der endgültigen Entscheidung über die Zukunft des Geländes am Kreishaus immer noch Bedenken: Die Samtgemeinden Wrestedt und Suderburg fürchten die Konkurrenz des SB-Warenhauses mit „gehobenem Sortiment“.

Sie haben Bedenken, dass sich ihre Supermärkte an den Enden des Landkreises nicht halten können und die Wrestedter und Suderburger daheim noch weniger Chancen zum Einkaufen haben. Die Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf erklärt, dass die Ebstorfer dann vielleicht lieber in Uelzen einkaufen und ihr Elektronik-Angebot im eigenen Dorf zunichte machen.

Pendler werden vielleicht tatsächlich ihre Einkäufe auch im Marktcenter erledigen, anstatt in ihrem Wohnort. Aber was die Besorgung von Lebensmitteln betrifft, sicherlich nicht in der großen Menge, dass in den Dörfern Rückgänge zu spüren sind. Die Gründe für das geplante Angebot im Marktcenter hingegen sind gravierend. Denn wer sollte langfristig Interesse daran haben, in einem Landkreis zu leben, der nicht einmal einen einladenden Magneten im Stadtgebiet hat?

Die junge Generation wandert nach dem Schulabschluss in die Metropolen ab. Das Marktcenter ist die einzige Chance, den Verlust an Kaufkraft aufzuhalten. Dass die Uelzener auch den Einzelhandel in der Innenstadt wieder wahrnehmen. Dass auch Investoren wieder Interesse zeigen, sich in der Innenstadt anzusiedeln. Es muss etwas passieren in Uelzen, daran gibt es keinen Zweifel. Das zeigt nicht nur das Haushaltsdefizit der Stadt.

Es kommt eine neue Chance – von außen. Mit dem Verkauf des ehemaligen Marktgeländes für eine Summe im hohen sechsstelligen Bereich fließt wieder Geld in die Kasse, auch wenn es im Verhältnis zum Haushaltsdefizit gering wirkt. Dennoch kann die Stadt mit 50 Prozent des Geldes die Innenstadt attraktiver gestalten. Und der Investor wird ebenfalls versuchen, den maroden Bereich an der Schuh- und Mühlenstraße einladend zu bebauen.

Die Entscheidung für das Marktcenter ist im Stadtrat schon längst gefallen. Am Montag soll noch der Bebauungsplan mit den Reaktionen der Stadt auf die Einwände der Samtgemeinden beschlossen werden. Die Konkurrenz bedeutet neue Anstrengungen für die bereits bestehenden Läden. Aber es ist auch eine Chance, ein eigenes Gesicht zu zeigen und sich im Wettbewerb zu behaupten. Die Geschäftsinhaber sind abhängig von der Konkurrenz, denn sonst suchen die Uelzener ihre Auswahl weder in Wrestedt noch in Uelzens Innenstadt, sondern in anderen Städten.

diane.baatani@cbeckers.de

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