Maikäfer

Nu is de Wonnemonat Mai dor, för uns Kinner domals de Tied, wo wie buten speelen können. Schlagball, Räuber und Gendarm, „Kibbel, kabbel,“. „fulet Ei,“ Ball fangen, „Voss ut Lock“ und andere. Bi’n speelen: „Ich seegel, ik seegel upt Dack,“ kreegen wie alle nee’e Namen: „ A, Buur, Daler, Gross, Fink, Müller, Haas, Voss.“

Afftellt wör: „Een Been, Knaken, Steen, negenundnengdich, hunderteen, oder „.eene meene muh, raus bist du.“ Wenn aber fröher in Mai de Maikäfers kömen, denn wörn de sammelt. De Buurn wüssen aber schon in März genau ob dat veel Käfers gäw. Se mössen je bi’n plögen achter dan Plog in de Furche gahn, so können se seeh’n ob dor veel Engerlinge in Boden wärn oder wenig. Kreihn sochen, wenn frisch plögt wör, de Engerlinge und de Regenwörm rut und freeten de upp. Har doch domals mal een Jung in Uppsatz schräben: „Die Krähe, geht hinter den Bauer her und pickt ihn die Würmer aus der Furche.“ Wenn wie Maikäfer in Zigarrekisten, wer kennt de hüt noch, oder Schohkartons sammeln dän, gäw dat bi Maikäfers eene Rangordnung. Manche seeh’n bet’n witt ut, dat wärn Müllers, oder Bäckers, harn se een schwattes Schild, denn wärn dat Schosters oder Schosteenfeeger. Selten aber lücht dat Schild rot, dat wärn Kaisers. Weil dat wenig doorvon gäw, könn man dree Müller gegen eenen Kaiser tuschen. Wör sungen: „Maikäfer flieg, dein Vater ist im Krieg, die Mutter ist in Pommerland, Pommerland ist abgebrannt, Maikäfer flieg.“ Na poor Daag wär denn de Tied vörbi, denn kreegen de Höhner de Maikäfers ton freeten. Natürlich har man sienen Spaß doran Maikäfer in de School heemlich fleegen to laten. Wenn de den während dan Unnerricht losbrummen dän, wär aber wat los. „Wer war das, wer hat den Maikäfer ausgesetzt,“ krööl de Lehrer los. Har dat eener verrad, oder wie wie seggen dän „verpetzt,“ denn heet dat, „komm mal nach vorne, bücken,“ und denn gäwt wat mit’n Rohrstock. Kreeg he dat nich rut, heet dat nahsitten oder he gäw mehr Schoolarbeiten up. Gäw aber ok Lehrer, de wärn klööker sän eenfach: „Oh, wie schön, der erste Maikäfer, nun lasst das arme Tier man raus, ihr habt euern Spaß gehabt.“ De hett sik nich argert denn hebbt de frechen Jungs ehr Ziel nicht erreicht, dan Lehrer eenen Streich to speelen. Wär doch de schönste Tied in Mai wenn alles gröön wör, de Vagels singen dän, und alles blöhn dä. Een Jung leeg domals mal so in Gras und kau up’n Grashalm. He freu sick öwer de Natur und dan frischen Maienduft. Wie he door so liggt ünner eenen Eekbohm und een Maikäfer brummt dor vörbi, denkt he: „Wat hett uns Herrgott blot vör eene schöne Welt schafft.“ He kiekt na baben, do sett sik dor jüst een Kreih in de Twieg daal. De Jung denkt, an alles hett Gott doch nich dacht. Worüm könnt de Vaagels blot fleegeen, worüm wie Minschen und de Deere nich? Jüst in dan Moment lett de Kreih Schiet daalfallen und dat genau up dan Jungen sein Oog. Do meen de Jung: „Uns Hergott is doch een klooken Mann, man good dat een Kooh nich fleegen kann.“ Carl Friedrich Bautsch ist gebürtiger Groß Hesebecker und schreibt als Heimat- dichter über Land und Leute der hiesigen Region.

Von Carl Friedrich Bautsch

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