Die Wochenrevue von Diane Baatani

Lösungen für Sicherheit auf der Straße

Sind junge Autofahrer ein größeres Risiko als Senioren am Steuer? Professor Heinz Jürgen Kaiser von der Universität Erlangen, der auf der Hauptversammlung der Uelzener Verkehrswacht referierte, meint, dass laut Statistik jüngere Autofahrer mehr Unfälle bauen würden.

Leider hat die vergangene Woche auf Uelzens Straßen gezeigt, dass in der Tat besonders junge Autofahrer besonders schwere Unfälle bauen. Aber dennoch ist die Diskussion um das Autofahren im Alter in eine falsche Richtung abgedriftet. Es geht nicht darum, wer die schlimmeren Unfälle baut. Diese Diskussionen müssen getrennt voneinander geführt werden. Für die eine Altersgruppe gibt es bereits Angebote: So wurden zum Beispiel im Landkreis Uelzen die „Schutzengel“ eingeführt, um junge Menschen darauf aufmerksam zu machen, nur nüchtern Auto zu fahren. Die Wirkung dieser Präventions-Aktion sei dahingestellt – aber auf das Alkohol-Risiko werden Fahranfänger immer wieder hingewiesen. Eine Idee für die andere Altersgruppe wurde aber bislang nicht realisiert. „Senioren hinterm Steuer“ ist ein Tabu-Thema, erst recht auf dem Lande, wo die Menschen auf das Auto angewiesen sind. Mit der älter werdenden Gesellschaft müssen aber alle Beteiligten auch für solche Themen offener werden. Die auf der Sitzung der Verkehrswacht vorgeschlagene Bildung eines Netzwerks für das Thema klingt sehr theoretisch. Dass eine hohe Zahl von Unfallfluchten zum Beispiel von Senioren über 70 Jahren begangen wird, bestätigt auch die Uelzener Polizei. Diese Unfallflüchtigen können vermutlich die Höhe des Schadens nicht einschätzen oder bemerken es nicht, wenn sie einen Nachbar-Pkw leicht berühren. Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) fordert Gesundheitschecks für das Fahren im Alter. Unterdessen regt die CDU zur Diskussion an, ob Jugendliche künftig schon mit 16 Jahren den Führerschein machen könnten. Das Bestehen der Führerscheinprüfung setzt gewisse Motorik, Reaktionsgeschwindigkeit und Erfahrungen voraus. Wenn wir zeitgemäß sein und auch mehr Sicherheit auf den Straßen haben wollen, müssen wir alle Altersgruppen ernst nehmen und auf Defizite aufmerksam machen.

diane.baatani@cbeckers.de

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