Licht in der Dunkelheit

Bad Bevensen- Von Herrmann-Georg Meyer. In manchen Gegenden ist der heutige 6. Januar noch gesetzlicher Feiertag – in anderen schon fast aus dem christlichen Bewusstsein entschwunden. Die orthodoxen Kirchen feiern heute das Weihnachtsfest, auch die Kopten in unserem Land. Landläufig wird der Tag auch Dreikönigstag genannt, denn mit diesem Tag ist die Geschichte von den Heiligen Drei Königen verbunden, die dem Stern gefolgt waren, um den neugeborenen König anzubeten.

Als Könige verkleidete Kinder sind ausgehend von der katholischen Gemeinde in Uelzen in ökumenischer Gemeinschaft auch in diesem Jahr wieder unterwegs, um die weihnachtliche Botschaft in die Häuser zu tragen und Glück und Segen für das neue Jahr 2011 zu wünschen. Sie zeichnen den Segen mit der Jahreszahl an die Türbalken und sammeln für arme Kinder in der Welt.

Licht im Dunkel der Welt, so wie es sich viele in diesen dunklen Wintertagen ersehnen. Verlassen, gekränkt, allein mit den Sorgen, krank oder einsam – jede und jeder kennt Momente, wo alles nur noch dunkel erscheint. Doch dieser Tag will daran erinnern, dass mit Jesus Christus das Licht in die Dunkelheit gekommen ist.

Gott selbst lässt es hell werden. Er zeigt sich uns in diesem Licht als der, der bei uns ist, auch in unserem Dunkel und Leid. In unseren südafrikanischen Partnergemeinden im Kirchenkreis Ondini fällt die Weihnachtszeit in den Hochsommer mit hellen heißen Tagen und ungezwungener Lebensfreude. Gleichzeitig haben viele großes Leid zu tragen. Mich beeindruckt immer wieder, wie dort mit einfachen Mitteln die Botschaft fürs Leben ausgesagt wird. Kleine Sterne aus Glasperlen werden von den Frauen mit großem Geschick in alter Tradition zu Weihnachten gefertigt. In vielen Farben, doch eins ist all diesen Sternen gleich: In der Mitte jedes Sterns findet sich das Kreuz. Für unsere Geschwister in Afrika ist klar: Wir können nur Weihnachten feiern, weil wir um das Kreuz und Ostern wissen. Jesus Christus ist in unsere Dunkelheit, in unser Leid gekommen. Und er gibt uns Menschen die Chance, unser Leben in diesem neuen Licht sehen zu lernen.

Gottes Licht scheint hell und überwindet Grenzen. Die Könige damals, sternkundige Gelehrte waren sie, haben den entscheidenden Augenblick erkannt: Jetzt müssen wir dem Licht folgen, nicht irgendwann mal. Diesen Augenblick nicht vorübergehen lassen, Gottes Licht in der Dunkelheit erkennen, das tröstet und gibt Hoffnung. „Die Finsternis vergeht und das wahre Licht scheint jetzt!“

Das ist eine Botschaft, die keine Grenzen kennt und die nicht verstummen soll. Die jedem Menschen persönlich gilt wie auch der ganzen vielfältigen Menschheitsfamilie.

Hermann-Georg Meyer ist Pastor an der Evangelisch-lutherischen Dreikönigskirche Bad Bevensen.

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