L 289 soll durch Bau der A 39 gekappt werden / Pläne stoßen auf Ablehnung bei Bürgern und Ratsmitgliedern

Lessiener fühlen sich abgeschnitten

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Die Gemeinde Ehra lud Bürger zum Dorfgespräch ins Schützenhaus ein. Die Ratsmitglieder und Besucher sprachen über den Planungsstand der A 39.

ded Ehra-Lessien. Das Thema A 39 mit der geplanten Ortsumfahrung und der damit verbundenen Schließung der Landesstraße 289 lockte am Mittwochabend zahlreiche Bürger ins . Lessiener Schützenhaus. Die Gemeinde Ehra hatte zu einer Informationsveranstaltung eingeladen.

Das Dorfgespräch hatte zum Ziel, die zuvor bereits von Arbeitsgruppen aus Ratsmitgliedern, Landwirten und Jagdgenossenschaft erarbeitete und an die Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr adressierte Stellungnahme der Gemeinde Ehra vorzustellen.

Zu den bereits bekannten und kürzlich um eine Ortsumfahrung erweiterten Plänen äußerte sich eingangs Bürgermeisterin Jenny Reissig. Es sei eine „auf den zweiten Blick als unzureichend und viel zu eng gefassten Lösung“. Sie verhindere offensichtlich die Forderungen der Gemeinde nach einer auch den Ortsteil Lessien umfassenden Umgehungsstraße, meinte Reissig. Die Bürgermeisterin betonte zugleich, dass die Gemeinde Ehra-Lessien die geplante Verschiebung der Anschlussstelle in nördlicher Richtung „grundsätzlich begrüßt“. Allerdings müssten bei der weiteren Planung die zukünftigen Entwicklungsmöglichkeiten der Gemeinde berücksichtigt werden. Diese wäre bei der Umsetzung nach den derzeitigen Pläne nicht der Fall, erklärte Reissig. Nichtsdestotrotz würden auch die Ehra-Lessiener den Autobahnbau inzwischen als Chance für eine Weiterentwicklung ihrer Gemeinde sehen.

Diese Auffassung teilten jedoch nicht alle Besucher des Dorfgesprächs. Einige, die aus dem Umkreis der Samtgemeinde Brome angereist waren, äußerten auf der Veranstaltung ihren Unmut über den geplanten Bau der A 39.

In Ehra-Lessien hingegen ist man über das Stadium „pro oder contra Autobahnbau“ längst hinweg, war der Tenor vieler Wortmeldungen zu Gestaltungsmöglichkeiten. Wenn die A 39 denn komme, so der allgemeine Ton im Saal, dann wolle man sich aktiv an der Gestaltung beteiligen.

Auf große Ablehnung bei den Betroffenen, wie auch vieler anderer Bürger, stößt allerdings nach wie vor die voraussichtliche Schließung der Landesstraße 289 zwischen den Ortsteilen Ehra und Lessien. Weil die Höhe der geplanten Brücke über die alte Straße lediglich etwa 1,30 Meter betragen soll, wäre damit auch der Radweg zwischen den Ortsteilen nicht mehr nutzbar. Eine Unterführung, die zuvor angedacht war, lässt sich aufgrund der Landschaftsstruktur nur mit immensem finanziellen Aufwand realisieren. Ratsherr Dirk Fricke (CDU) schlug deshalb als kostengünstige Alternative eine Aluminium-Konstruktion vor, die als Fahrrad- und Fußgänger-Brücke über die A 39 führen könnte. Laut Fricke gibt es einige Standorte in Deutschland, wo diese Leichtbau-Brücken bereits aufgebaut worden sind.

Sollte allerdings keine Lösung gefunden werden, um den Radweg auch weiter benutzen zu können, dann wird es wohl so kommen, wie es eine alteingesessene Lessienerin und ehemalige Ratsfrau drastisch formulierte: „Wenn man uns von Ehra abschneidet, gehen wir nach Grußendorf. Aber unseren Truppenübungsplatz nehmen wir mit.“

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