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Landkreis Uelzen muss vertrösten: Alle 600 Laub-Container vergriffen

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Von: Lars Becker

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Gudrun Willcox aus Hansen muss ohne Laub-Container auskommen: Alle 600 Exemplare sind bereits vergriffen. Sie sammelt in zwei Komposttonnen und Säcken.
Gudrun Willcox aus Hansen muss ohne Laub-Container auskommen: Alle 600 Exemplare sind bereits vergriffen. Sie sammelt in zwei Komposttonnen und Säcken. © Lars Becker

Rund 600 Laub-Container mit einem Fassungsvermögen von 660 Litern bietet der Landkreis Uelzen zur Miete an. Alle sind vergriffen, Nachschub gibt es nicht – zum Leidwesen von Gudrun Willcox aus Hansen und anderen Bürgern.

Uelzen – Alle Jahre wieder im Herbst bewegt die Menschen im Landkreis Uelzen – im wahrsten Sinne des Wortes – das Thema Laub. Sie fegen, harken und blasen die Blätter vorm Haus, auf dem Bürgersteig und im Garten zusammen. Und dann?

Meistens landet das Laub in der Komposttonne. Es kann aber auch zum Entsorgungszentrum nach Borg oder zum Wertstoffhof nach Oldenstadt gebracht werden. Der Abfallwirtschaftsbetrieb (awb) bietet zudem für 1,50 Euro pro Stück Bioabfall-Säcke an.

Die haben ein Volumen von 70 Litern, dürfen aber maximal zehn Kilogramm schwer sein und weichen schnell durch, wenn das Laub zu feucht ist. Zu haben sind sie an den Müllfahrzeugen, aber auch bei den Gemeinden, im Kreishaus, im Verkehrsbüro der Hansestadt, beim awb in Borg und Oldenstadt.

Behälter haben 660 Liter Füllmenge

Im Klosterflecken Ebstorf gibt es etwa 30 Laubsammelkisten, in einigen Ortschaften wird das Laub zentral gesammelt und dann entsorgt. „Zudem haben beispielsweise die Samtgemeinde Bevensen-Ebstorf oder die Einheitsgemeinde Bienenbüttel das Angebot wahrgenommen, in Zusammenarbeit mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb individuelle Laubsammel-Samstage anzubieten“, berichtet Kreissprecher Martin Theine.

Und dann gibt es spezielle Behälter für kompostierbare Abfälle: Die Container auf vier Rädern haben eine Füllmenge von 660 Litern. Sie können auf Abruf kostenpflichtig beim awb des Landkreises bestellt werden. „Die Mietbehälter stellen eine zusätzliche Serviceleistung im Holsystem des awb dar“, erklärt Martin Theine.

AZ-Leserin Gudrun Willcox aus Uelzen-Hansen hat exakt einen oder sogar zwei dieser Laub-Container schon in den letzten beiden Jahren genutzt. Diesmal ist sie aber leer ausgegangen: Auf ihre Anfrage hin hat sie erfahren, dass es keine mehr gibt.

Eichen und Ulmen rund ums Haus

„Sie sind alle unterwegs. Und es gibt außer mir etliche Personen, die ebenfalls darauf warten. Ich habe viel Laub und bereits zwei große Kompostbehälter, die 14-tägig bis zum Rand gefüllt sind. Dazu kommen inzwischen schon mehrere Säcke, aus denen ich dann wieder in die Komposttonnen umfülle. Da muss etwas geschehen, finde ich“, sagt Gudrun Willcox.

Rund um und auf ihrem Grundstück stehen viele Eichen und Ulmen. Beim AZ-Besuch am Donnerstag sind viele der Bäume noch stark belaubt – mindestens bis in den Januar hinein ist die Hansenerin damit beschäftigt, das Laub zu harken. Früher fuhr sie oft zum Wertstoffhof nach Oldenstadt, der 660-Liter-Container war angesichts von Spritkosten und Zeitaufwand eine willkommene Alternative.

Für den Landkreis erklärt Martin Theine den Behälter-Notstand im Kreisgebiet: „Derzeit besteht ein Engpass im Bereich der Mietbehälter für die Entsorgung von Bioabfällen und Laub. Dies betrifft ausschließlich die Behältergröße 660 Liter. Der gesamte Bestand von rund 600 Stück ist ausgeliefert.“ Und Nachschub? „Aufgrund von Lieferengpässen der Hersteller verzögert sich die Neubeschaffung“, so Theine.

Jede Leerung kostet 22 Euro

Zum grundsätzlichen Prozedere, an einen solchen Container zu kommen, teilt er mit, dass eine Anforderung nur schriftlich möglich ist – etwa per E-Mail an die Adresse awb@landkreis-uelzen.de. „Leerung und Abmeldung können dagegen telefonisch erfolgen“, so Theine.

Ganz günstig ist der Container indes nicht: „Die Aufstellgebühr des Behälters beträgt aktuell 15 Euro, die monatliche Leihgebühr liegt bei 5 Euro. Jede angeforderte Leerung kostet 22 Euro.“ Vorgaben zur Nutzungsdauer, Leerungshäufigkeit oder Rückgabe der Behälter gebe es nicht.

Im Vergleich mit anderen Landkreisen sind übrigens auch die Papiersäcke in Uelzen kein echtes Schnäppchen: Die Kosten im Nachbarkreis Lüneburg liegen beispielsweise bei nur 50 Cent statt 1,50 Euro pro Stück.

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