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Kreis Uelzen legt aus Landesmitteln Material-Depots für Katastrophenfälle an

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Von: Lars Becker

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Der DRK-Kreisverband Uelzen hält eine Katastrophenschutzeinheit vor. Für den möglichen Ernstfall legt der Landkreis jetzt umfangreiche Material-Depots an.
Der DRK-Kreisverband Uelzen hält eine Katastrophenschutzeinheit vor. Für den möglichen Ernstfall legt der Landkreis jetzt umfangreiche Material-Depots an. © DRK / Philipp Schulze

Von der Festzeltgarnitur über Feldbetten bis zu sterilem Verbandsmaterial sowie Sets mit Hygieneartikeln und Bekleidung: Der Landkreis Uelzen wird aus dem 40-Millionen-Euro-Topf des Landes Niedersachsen Betreuungs- und Sanitätsmittelreserven anlegen, um für Katastrophenfälle gerüstet zu sein.

Uelzen/Landkreis – 20 Festzelt-Garnituren, 110 Alu-Feldbetten und 200 Bettensets. Je 100 Handtücher, Sets mit Zahnbürste, Zahnpasta, Duschgel und Waschlappen. Sets mit Artikel für Damenhyhiene, Rasierbedarf und Kamm, Wäschesets mit Socken, Unterwäsche, Pullover und Hose in diversen Größen. Zwei Rollstühle, fünf Kinderbetten, 50 Klappstühle aus Holz, Geschirr für 200 Personen: Bei dieser Liste handelt es sich um die „Betreuungsmittelreserve Katastrophenschutz“, die der Landkreis Uelzen aus Mitteln des Landes Niedersachsen aufbauen soll.

Damit geht außerdem einher, dass parallel eine „Sanitätsmittelreserve Katastrophenschutz“ angelegt wird. Dabei handelt es sich um eine noch einmal deutlich umfangreichere Liste mit Material, das der Landkreis für einen möglichen Notfall anschaffen wird.

Ausschreibung in zwei Losen bis 31. August

Dabei geht es beispielsweise um 500 Infusionsbestecke, 600 Venen- und 1000 Einmalkanülen, 2000 Kompressen, Heftpflasterrollen, Beatmungsbeutel für Kinder und Erwachsene, 500 Rettungsdecken, 500 Absaugkatheter und 4000 Handschuhe. Aber auch insgesamt 100 Liter Wund-, Hand- und Hautdesinfektionsmittel sowie Einmalschürzen und Schutzoveralls werden bevorratet.

„Der Landkreis Uelzen wurde durch das Land mit dem Aufbau einer entsprechenden Betreuungs- und Sanitätsmittelreserve aus Landesmitteln beauftragt. Ziel des Niedersächsischen Innenministeriums ist die Stärkung der kommunalen Katastrophenschutz-Behörden vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine und die dadurch entstandenen Flüchtlingsströme“, erläutert Kreissprecher Martin Theine den Hintergrund der öffentlichen Ausschreibung in zwei Losen. Die läuft bis zum 31. August.

Einsatzzug Sanität und Betreuung im Landkreis

Theine weiter: „Um auf die unvorhersehbare Lageentwicklung reagieren zu können, soll eine dezentrale Mindestvorhalte an entsprechendem Material gebildet werden, um kurzfristig handlungsfähig zu sein. Hierzu werden durch die Landesregierung Finanzmittel in Höhe von 40 Millionen Euro für den Zivil- und Katastrophenschutz auf den Weg gebracht. Mit der Ausschreibung werden die Vorgaben des Landes umgesetzt.“

Im Landkreis Uelzen ist nach Angaben aus dem Kreishaus zurzeit ein Einsatzzug Sanität und Betreuung „stationiert“. Dabei handelt es sich um eine Katastrophenschutzeinheit des DRK-Kreisverbandes, auf den der Landkreis im Ernstfall zurückgreifen kann.

Auch THW und Kreisfeuerwehr stehen parat

„Der Zug, der durch das DRK aufgestellt wurde, ist in der Lage, innerhalb kürzester Zeit 25 Verletzte oder bis zu 250 unverletzte Personen in einer ortsfesten Unterkunft bis zu 24 Stunden zu betreuen. Hierfür wird das entsprechende Sanitäts- und Betreuungsmaterial einsatzbereit vorgehalten“, so Martin Theine zur AZ. Der Landkreis würde in einem Ernstfall auch noch auf weitere Einheiten des DRK, des Technischen Hilfswerkes (THW) und der Kreisfeuerwehr zurückgreifen können.

Als Erfüllungsort der Ausschreibung ist die Feuerwehrtechnische Zentrale in den Bartholomäiwiesen angegeben. Wo die Utensilien der Betreuungs- und Sanitätsmittelreserve gelagert werden sollen, sei aber noch nicht abschließend entschieden, erklärte Theine.

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