Länderchefs klammern A39 aus

mr/bo Isenhagener Land. Die bessere verkehrliche Anbindung der norddeutschen Seehäfen an das Hinterland war in diesen Tagen Thema gleich mehrerer Treffen. So hat sich am Sonnabend im Uelzener Rathaus SPD-Fraktionschef Peter Struck mit den Bürgermeistern Otto Lukat (Uelzen) und Ulrich Mädge (Lüneburg) sowie dem Lüneburger Landrat Manfred Nahrstedt (alle SPD) darauf verständigt, sich für den Neubau des Schiffshebewerks Scharnebeck sowie für die Verlängerung des dritten Gleises über Uelzen hinaus Richtung Celle einzusetzen. Struck bekräftigte zugleich die Bedeutung der A 39 für die Region als "unverzichtbar" und erteilte Hoffnungen der Autobahngegner eine Absage, dass er sich von dem Straßenbauprojekt verabschieden werde.

Unterdessen haben die fünf Ministerpräsidenten der norddeutschen Bundesländer bei einem Treffen mit Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee in einem zweiseitigen Positionspapier zum Ausbau der Hafenhinterlandverkehre die A 39 mit keiner Silbe erwähnt. Von ihnen wurde stattdessen dem Ausbau der A 1 und den Verlängerungen von A20 und A22 oberste Priorität eingeräumt.

Die A-39-Gegner sehen sich dadurch in ihrer Einschätzung bestätigt, dass es nur Bekenntnisse auf dem Papier für die Autobahn gebe. Bei ihrem Treffen mit Fachleuten aus den Bundesministerien für Umwelt und Verkehr am Dienstag sei deutlich geworden, dass im Rahmen der Bestimmung der Linienführung auch der Ausbau der B 4 als Alternative überprüft werde.

Die Unterlagen seien vom Land jedoch noch nicht eingereicht worden, berichtet Dachverbandssprecher Eckehard Niemann. Bei dem Gespräch habe auch die Stimmung in der Region einen breiten Raum eingenommen. Ein angekündigtes Treffen der Autobahngegner mit Umweltminister Sigmar Gabriel wird indes erst im Frühsommer zustande kommen. Niemann: "Dann werden auch die ersten Prüfergebnisse vorliegen."

Derweil festigt sich nach Ansicht der A-39-Gegner in der Altmark der Widerstand gegen die Querspange B190n zwischen Salzwedel und Bad Bodenteich. Das Resultat der Kommunalwahlen in Salzwedel sehen sie als Erfolg für die Kandidaten, die sich "deutlich gegen den Bau der Querspange durch die westliche Altmark ausgesprochen haben". Der Gewinner der Landratswahl, Michael Ziche (CDU), hatte sich vor der Wahl für den Ausbau vorhandener Straßen, etwa der B71, positioniert.

Erschienen: 13.03.2008: IK / TZ / Seite:3

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare