Ein Kühlschrank. . .

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. . . für die gesamte Abteilung einer Firma ist schon eine feine Sache. Davon kann sich der Uhlenköper an seiner Arbeitsstätte täglich überzeugen. Mitunter erzeugt die Lebensmittel-WG bei ihm aber auch Stirnrunzeln.

Damit sind aber nicht die abgelaufenen Speisen gemeint, die sich in den scheinbar unendlichen Weiten des proppevollen Gemeinschaftskühlschranks tummeln und dort ein Schattendasein fristen. Vielmehr wundert sich der Uhlenköper, welche Eigendynamik manche Dinge hinter verschlossener Kühlschranktür bekommen. Zum Beispiel die Salamischeiben, die er neulich im Fach rechts unten ablegte und die zwei Stunden später plötzlich links oben wieder auftauchten – gut getarnt zwischen Joghurts und einem Schälchen mit Feldsalat. Oder die Packung Kräuterfrischkäse: Ganz sicher hatte er sie vorgestern im obersten Kühlschrankfach deponiert, bis gestern war sie ganz nach unten ins Gemüsefach gewandert. Haben da etwa geheimnisvolle Mächte aus dem Weltall ihre Finger im Spiel? Bilden sich im Mikrokosmos Kühlschrank noch unerforschte Energiefelder, die dessen Inhalt wild durch- einander wirbeln? Oder waren es die lieben Arbeitskollegen, die die Speisen nach dem Zufallprinzip einfach mal neu sortiert haben? Nach reiflicher Überlegung vermutet er die kosmischen Mächte als Verursacher, der Uhlenköper.

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