„Kriegt mehr Verkehr

Die Autobahn-Zahlen im Hintergrund, sprach sich Wissenschaftler Udo Becker gegen die A 14 aus. Foto: Schumacher

sli Brunkau . Sie sei kostengünstiger, schneller fertig, umweltverträglicher, regional vorteilhafter und überregional ausreichend. Davon sind die Mitglieder der Bürgerinitiative B189-4 überzeugt.

Während eines Forums am Dienstagabend in Brunkau wollten die Mitstreiter der BI Interessierte davon überzeugen, dass eine vierspurige ausgebaute Bundesstraße mehr bringe als eine Autobahn. Mehr als 80 Leute hörten sich die Vorträge von Wissenschaftlern, Firmenchef Hans-Joachim Ollendorf und dem stellvertretenden Bürgermeister der Gemeinde Cröchern, an der Autobahn gelegen, an."Wer den Verkehr schneller macht, kriegt mehr Verkehr", erklärte Prof. Dr.-Ing. Udo Becker. Der Verkehrsökologe der Technischen Universität skizzierte ein Szenario auf, das nicht gefiel. "Aus Möglichkeiten am Anfang werden Zwänge", glaub der Wissenschaftler und sprach von Supermärkten, die auf der grünen Wiese nahe der Autobahn entstehen würden, weil die Menschen in die Nähe dieser ziehen würden. Der Bäcker im Ort würde, ob ausbleibenden Kundenstroms schließen müssen. Und plötzlich müssten die, die dort eigentlich ihr täglich Brot kaufen würden, zum Markt auf die grüne Wiese fahren. Das würde vor allem die treffen, die nicht mobil sind. Und auch die, deren Tankrechnung dadurch steige. Mögliche Fabriken an der Autobahn könnten das Ende der heimischen kleinen Handwerksbetriebe bedeuten.Becker verglich die Verkehrsplanung mit einem "starken Seil". An jedem Ende würde jemand ziehen. Die ohnehin schwache Region würde verlieren, wähnt er auch die Altmark nicht als Gewinner, wenn die A14-Nordverlängerung kommt. Verlorene, aber wertvolle Nutzfläche, Umwelschäden Klimawandel... "Sie werden das alles mitbezahlen", appellierte er an die Zuhörer, sich für den vierspurigen Ausbau der Bundesstraße 189 einzusetzen.

Erschienen: 02.10.2008: sdl / TZ / Seite:2

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