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Alpha-E: Uelzens Kreispolitik pocht auf Ausbau der Bestandsstrecke

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Von: Lars Lohmann

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Deutsche Bahn Gueterzug
Ist der Zug für Alpha-E abgefahren? © Oliver Berg

Alpha-E oder doch lieber die Y-Trasse? Eine Einigung bei der Bahn gibt es trotz langer Diskussion noch immer nicht. Mit einem aktuellen Schreiben sorgt das Bundesverkehrsministerium erneut für Unruhe im Landkreis.

Uelzen/Landkreis – Die Diskussionen um Alpha-E nehmen kein Ende. Auslöser ist ein Antwortschreiben des Bundesverkehrsministeriums an Landrat Dr. Heiko Blume. In dem, so interpretiert es Blume, dem Ausbau der Bestandsstrecke eine klare Absage erteilt wurde. Aus dem Verkehrsministerium heißt es hingegen, dass lediglich auf die Prüfung der drei Varianten hingewiesen wurde und dass momentan die Wirtschaftlichkeit eines Ausbaus der Bestandsstrecke nicht gegeben sei, diese aber noch vonseiten der Deutschen Bahn verbessert werden könnte. In der Politik im Landkreis sorgen diese Aussagen für Unruhe.

Für den CDU-Landtagsabgeordneten Jörg Hillmer ist vor allem der Bund jetzt in der Pflicht, die Bahn daran zu erinnern, dass ihr eigentlicher Planungsauftrag den Güterverkehr von Hamburg betrifft und nicht eine Schnellfahrtrasse. „Die Bahn versucht gerade, die Y-Trasse in leicht abgewandelter Form durchzudrücken“, sagt er. Dabei habe sie dazu seit 2005 Gelegenheit gehabt. Die Frist habe man damals verstreichen lassen und kündige jetzt ohne Not einen mühsam gefundenen Kompromiss auf. „Wir drehen uns im Kreis, und in der ersten Hälfte des Jahrhunderts wird nicht ein Zug über die Trasse fahren“, sagt er. Der Landtag habe mit einem einstimmigen Beschluss deutlich gemacht, dass man hinter Alpha-E stehe.

„Ein Schlag ins Gesicht für alle engagierten Menschen“, kommentiert der von der UWG unterstützte Landtagskandidat Andreas Dobslaw den Vorgang. Da nütze es auch nichts, als Feigenblatt damit zu argumentieren, dass es noch keine endgültige Absage an Alpha-E gebe. „Das jetzt erkennbare Gebaren wird zu Protesten führen“, prophezeit er. Jetzt seien auch die Landtags- und Bundestagsabgeordneten in der Pflicht, auf Alpha-E zu pochen.

Der SPD-Kreistagsfraktionsvorsitzende Jan-Henner Putzier pocht in einer ersten Reaktion darauf, dass die Ergebnisse des Dialogforums Schiene Nord weiter gelten müssen. „Alles andere bedroht Akzeptanz, untergräbt Vertrauen und gefährdet die Umsetzungsfähigkeit großer Verkehrsprojekte im Allgemeinen“, sagt Putzier. Bund und Bahn müssten endlich konstruktiv mitarbeiten, die Interessen der Menschen einbeziehen und sinnvolle Lösungen erarbeiten. „Für einen Neubau besteht keine Notwendigkeit, das Dialogforum Schiene Nord hat den optimalen Weg bereits vorgezeichnet“, sagt er.

„Ich bin enttäuscht von unserem Verkehrsminister“, sagt der Léonard Hyfing, FDP-Fraktionsvorsitzender im Kreistag, über Volker Wissing. Wenn man ein Thema beerdigen wolle, dann gehöre es dazu, dies auch klar zu kommunizieren und sich vor Ort ein Bild zu machen. „Ich bin selbst kein Fan von Alpha-E, aber eine unter Beteiligung der Bürger gefundene Lösung kann man nicht einfach so beiseitewischen. Das sorgt nur für Politikverdrossenheit“, sagt Hyfing

Für die Kreistagsfraktion der Grünen war die Entstehung des Alpha-E beispielhaft für eine Bürgerbeteiligung. „Das darf nicht im Frust enden“, sagt die Fraktionsvorsitzende Katja Schaefer-Andrae. Eine Verkehrsplanung, die nur an der Region vorbeirausche, nütze niemandem. „Wer sich die Strecke durch die Nadelöhre Bad Bevensen und Lüneburg anschaut, sieht, dass ein Ausbau dort nicht funktioniert“, sagt sie. Daher müssten hierfür neue Lösungswege gefunden werden. Ansonsten drohe Politikverdrossenheit. Insgesamt arbeite die Bahn nicht transparent genug. loh

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