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Kreis Uelzen kündigt Tempokontrollen bewusst nur grob an

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Von: Lars Becker

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BlitzerDer Landkreis Uelzen hat neben zwei Messanhängern auch ein Radarfahrzeug im Einsatz
Der Landkreis Uelzen auch ein Radarfahrzeug im Einsatz. Messstellen nennt die Kreisverwaltung nur pauschal für die nächste Woche. © Carsten Rehder

Neben 22 stationären Anlagen verfügt der Landkreis Uelzen über zwei Messanhänger und einen Radarwagen, um mobil Tempokontrollen durchzuführen. Die kündigt die Kreisverwaltung ganz bewusst nur sehr „grob“ an

Uelzen/Landkreis – Regelmäßig donnerstags oder freitags bekommt die AZ-Redaktion eine E-Mail aus dem Uelzener Kreishaus mit dem Betreff „Einsatzplanung für die mobile Geschwindigkeitsmessung“. Darin wird aufgelistet, für welche Ortschaften im Landkreis Uelzen in der folgenden Woche Tempokontrollen geplant sind. Diesen Plan veröffentlicht der Kreis auch auf seiner Internetseite.

Im Gegensatz zu anderen Kreisen oder Kommunen in Niedersachsen verzichtet die Kreisverwaltung in Uelzen allerdings schon immer darauf, ganz konkret zu benennen, an welcher Straße an welchem Tag die Geschwindigkeit der Verkehrsteilnehmer überwacht werden soll. Warum ist das eigentlich so?

„Der Landkreis Uelzen nennt grundsätzlich nur die groben Daten für die geplante Verkehrsüberwachung in der jeweiligen Woche, weil keine Gewähr dafür gegeben werden kann, dass die Messeinsätze tatsächlich wie geplant durchgeführt werden können“, sagt Swantje Hennings aus der Pressestelle.

Sie konkretisiert: „Zum Beispiel können geplante Standorte wegen geparkter Fahrzeuge, Baumaßnahmen, Witterungsbedingen, technischen Problemen oder Personalausfällen nicht angefahren werden. In solchen Fällen würde es häufig zu Nachfragen kommen, warum nicht wie geplant gemessen wurde.“ Und außerdem würden sich immer wieder auch kurzfristig priorisierte Messeinsätze ergeben. Das sei beispielsweise der Fall bei Umleitungsverkehren, die vorher nicht geplant gewesen seien. Zugunsten dieser Kontrollen müssten dann die ursprünglich geplanten Messeinsätze auch schon einmal verschoben werden.

Noch allgemeiner als der Landkreis Uelzen hält es beispielsweise der Landkreis Lüneburg mit der Ankündigung von mobilen Kontrollen: Er veröffentlicht sogar nur für jeden Tag die Samtgemeinden, in denen gemessen wird – also noch nicht einmal die konkreten Kommunen.

Der Landkreis Uelzen, der als Straßenverkehrsbehörde wie die Polizei für die Überwachung des fließenden Verkehrs zuständig ist, verfügt laut Swantje Hennings aktuell über zwei Messanhänger („semistationäres Messsystem“) und ein Radarfahrzeug. Diese werden eingesetzt, um Überschreitungen der jeweils vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten an wechselnden Straßen zu ermitteln und mit entsprechenden Bußgeldern ahnden zu können. „Vorrangiges Ziel der Überwachung ist die Verkehrsunfallprävention. Auf unfallgefährdeten Straßenabschnitten sowie vor Kindergärten und Schulen ist die Einhaltung des Tempolimits für die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer besonders wichtig“, so der Landkreis.

Die beiden Messanhänger können bis zu sieben Tage autark mittels eines Akkus betrieben werden. Sie verfügen über zwei separate Laser-Messsysteme zur gleichzeitigen Überwachung beider Fahrtrichtungen. Im Kreisgebiet gibt es nach Angaben des Landkreises zudem 22 stationäre Messanlagen. Erst am Montag sind in Oldenstadt auf der B 191 die beiden lukrativsten Anlagen wieder aufgebaut worden (AZ berichtete). Sie hatten bis zum Beginn der Bauarbeiten in diesem Jahr 2435 Tempoverstöße erfasst. Künftig kommen Rotlicht-Verstöße hinzu.

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