"Kostengünstiger und schneller"

DAMBECK (mit). Seit Juni 2007 macht sich die Bürgerinitiative (BI) Westliche Altmark – einem Dachverband aus 23 einzelnen Bürgerinitiativen – gegen die geplante B190n stark.

Während eines Pressegesprächs im Dambecker Dorfgemeinschaftshaus am gestrigen Freitag bekräftigten die Initiatoren ihre Positionen. "Wir sind nicht gegen einen infrastrukturellen Ausbau der westlichen Altmark", betonte Werner von dem Knesebeck gleich zu Beginn. "Ganz im Gegenteil: Wir wollen eine bessere Verkehrsanbindung – aber nicht über einen Straßenneubau, sondern einen Ausbau der vorhandenen Trassen mit Ortsumgehungen", so der Langenapeler weiter. Dies sei kostengünstiger, mit einem geringeren Flächenverbrauch verbunden und vor allem deutlich schneller realisierbar. "Wer weiß, wann oder ob die Autobahnen 14 und 39 jemals gebaut werden", gab Knesebeck angesichts des derzeitigen Baustopps an der A14 und der Proteste gegen die A39 zu bedenken. Weiterhin hätte die B190n auch aus Naturschutzsicht schwerwiegende Konsequenzen. "Eine im Zuge der B190n-Planungen vorgesehene Brücke durch die Jeetze-Niederung würde durch ein FFH- und Hochwasserschutzgebiet verlaufen", sagte die Sienauerin Dorothee Hübner, die auch den langsam aufblühenden Erholungstourismus entlang der Jeetze in Gefahr sieht. Stattdessen könne, so die BI, ein Anschluss der B190 entlang der Amerika-Linie an die B71 in Richtung Bergen geschaffen werden. Der Anschluss der B190 an die B248 in Richtung Brome sei über die stillgelegte Diesdorfer Bahntrasse ebenfalls mit weit weniger Aufwand möglich. "Das sind alles Überlegungen, die nicht neu sind", erklärte der Brewitzer Bernd Oldenburger und erinnerte an Aussagen des Salzwedeler Stadtrates, die bereits zwölf Jahre zurückliegen. Damals hatte der stellvertretende Stadtratsvorsitzende Hans-Joachim Spohn (CSU) erklärt, dass die Hauptverkehrsströme aus Richtung Uelzen zur B248 nach Wolfsburg, zur B71 nach Magdeburg sowie zur B190 nach Seehausen fließen und deshalb ein Ausbau des vorhanden Straßennetzes am günstigsten wäre. "Wir wollen einfach nur, dass sich die Kommunalpolitiker zu ihren damaligen Aussagen bekennen", forderte Oldenburger. Unterstützung erhofft sich die BI auch vom Verkehrswissenschaftler Peter Pez, der sich am Dienstag, 8. Januar, in der Salzwedeler Gaststätte Eisen-Carl in einem Vortrag mit der Frage "Schaffen Autobahnen Arbeitsplätze" beschäftigen will . Die Veranstaltung beginnt um 19 Uhr. Erschienen: 05.01.2008: saw / TZ / Seite:2

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