Auftaktveranstaltung zum neuen Stadtentwicklungskonzept

Stadtentwicklungskonzept für die Kurstadt: Eine Chancen für Bad Bevensen

Baumhaus-Hotel.
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Eine Idee für das Bevenser Stadtentwicklungskonzept: ein Baumhaus-Hotel auf dem Gelände des ehemaligen Hamburgischen Krankenhauses.
  • Gerhard Sternitzke
    vonGerhard Sternitzke
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Bad Bevensen – Wie soll Bad Bevensen in Zukunft aussehen? Um diese Frage geht es beim neuen Stadtentwicklungskonzept für die Kurstadt, das 14 Jahre nach einer ersten solchen Planung erstellt werden soll.

Die Bürger sollen dabei ein gewichtiges Wörtchen mitreden, ihr Wissen, ihre Interessen und Wünsche mit einbringen. Das war auch bei der Auftaktveranstaltung so, die am Mittwochabend als Videokonferenz stattfand.

Ausgleich von Ökonomie, Ökologie und Sozialem

„Diese Fortschreibung ist notwendig“, sagt Bürgermeisterin Gabriele Meyer (Grüne). „Vieles hat sich weiterentwickelt, insbesondere der Klimawandel hat an Stellenwert gewonnen.“ Dabei gehe es vor allem auch um die Frage, wo noch neue Häuser möglich sind, ohne den Flächenverbrauch anzuheizen oder kurz gefasst: den Ausgleich von Ökonomie, Ökologie und Sozialem, wie es Walter Ackers vom beauftragten Braunschweiger Stadtplanungsbüro zusammenfasst.

In einer Präsentation zur Ausgangslage hebt Städteplanerin Sandra Morese die ländliche Lage der Kurstadt mit gleichzeitig guter Verkehrsanbindung über Straße und Bahn hervor. Kaum zu glauben: 54 Prozent des Stadtgebiets sind von Wald bedeckt, 26 Prozent werden landwirtschaftlich genutzt, und lediglich 20 Prozent sind Siedlungsfläche. Hinzu kommt ein zehn Hektar großer Kurpark.

Planerin Sandra Morese gibt erste Impulse für ein Stadtentwicklungskonzept für Bad Bevensen.

Die Gutachterin empfiehlt, zukünftig noch stärker mit dem Pfund der Landschaft beiderseits der Ilmenau zu wuchern und verstärkt auf Natururlaub zu setzen, eine gerade in der Pandemie gefragte Form des Urlaubs, die auch jüngere Besucher anspricht. Probleme sieht die Planerin im Sanierungsstau in einem Teil der Hotels und Pensionen. Es gibt einen Trend zu Ferienwohnungen. Die Politik muss entscheiden, ob sie im Kurgebiet die Umwandlung in Wohnraum zulässt. Die A 39, die die Stadt abgelehnt hat, droht Lärm und Verkehr zu bringen, erhöht aber die Erreichbarkeit der Kurstadt.

Naturtourimus könnte jüngere Besucher ansprechen

Neben dem Tourismus geht es auch um den Sektor der übrigen Wirtschaft, den die Planerin als gut aufgestellt ansieht. Der Einzelhandel in der Innenstadt profitiere vom Kurprivileg, auch am Sonntag öffnen zu können. Gewerbeflächen sind am Britzenberg noch vorhanden. Hier könnte man sogar überlegen, an einigen Stellen Wohnbebauung zuzulassen.

Der Lebensstandort Bad Bevensen, das ist der dritte große Themenkomplex. Bad Bevensen hat einen Pendlerüberschuss – ein Pluspunkt – das heißt es kommen mehr Menschen zum Arbeiten in die Kurstadt als auspendeln. Mancher würde vielleicht sogar gerne hier leben, wenn er denn bezahlbaren Wohnraum finden würde. Der ist jedoch knapp, denn die Mieten sind deutlich gestiegen, weiß Sandra Morese. Die Einwohnerzahl ist gegen den Landestrend in gut zehn Jahren um sieben Prozent gestiegen.

Eher Wohnungsbau als Einfamilienhäuser

Die Planerin empfiehlt Nachverdichtung in der Stadt, aber eher Wohnungsbau als Einfamilienhäuser. Dazu wurden 36 verfügbare Flächen ermittelt. Größere bebaubare Flächen bieten auch die Standorte der abgerissenen Diabetes-Klinik und des früheren Hamburger Feriendorfs. Das ehemalige Hamburgische Krankenhaus liege dagegen zu weit außerhalb. Hier sei eher eine touristische Nutzung denkbar, etwa Tiny-Houses (Kleinsthäuser) oder ein Baumhaus-Hotel.

Bürger können sich an Umfrage beteiligen

Nach der Auftaktveranstaltung soll es Anfang November mit einem weiteren Workshop weitergehen. In Projektgruppen sollen dann konkrete Maßnahmen erarbeitet werden. Am Ende soll ein Leitbild für Bad Bevensen stehen. Wenn der Stadtrat das Konzept beschließt, wird es zur Leitschnur für zukünftige Entscheidungen.

Zusätzlich können sich die Bürger bis zum 16. Juni an einer Umfrage über die Chancen für Bad Bevensen beteiligen: https://forms.office.com/r/xZkwVRSFRi.

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