Von Woche zu Woche

Jeder ist in der Verantwortung

Nach dem Tierschutzgesetz hat der Mensch aus der Verantwortung für das Mitgeschöpf Tier dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Nach § 2 des Tierschutzgesetzes muss Grundsatz jeder Tierhaltung sein, dass das Tier eine Haltungsumgebung vorfindet, in der es seinem Bewegungsbedürfnis nachkommen und seine Grundbedürfnisse erfüllen kann.

Keine Frage: In der Massentierhaltung wird dieser Grundsatz größtenteils mit Füßen getreten. Doch wer ist Schuld daran? Und wer kann es verhindern? Ist es wirklich eine Verwaltung wie die des Landkreises Uelzen, die den Qualen vieler Tiere ein Ende setzen kann? Kritiker der Massentierhaltung, die im Kreis Uelzen derzeit die Gemüter erhitzten, sehen das offensichtlich so. Möglicherweise könnte der Landkreis die Hürden für Genehmigungen solcher Anlagen höher setzen, indem er zum Beispiel Gutachten – wie solche für die Verbreitung von Keimen – einfordert.

Doch gezielt verhindern wird, kann und darf er einzelne Anlagen nicht, wenn sie den Anforderungen genügen. Und eben diese Anforderungen gibt das Gesetz vor. Gesetze werden nicht im Landkreis gemacht, sondern in Berlin. Und sie werden auch von jedem Einzelnen von uns gemacht – indirekt natürlich. Denn jeder von uns trägt Verantwortung dafür, dass Tiere artgerecht behandelt werden, dass sie ohne Qualen transportiert und getötet werden, wenn es denn überhaupt so sein soll.

Jeder von uns muss sich dieser Verantwortung beim Kauf von Fleisch bewusst sein, denn er entscheidet mit über die Haltungsbedingungen für Nutztiere. So lange Verbraucher also gedankenlos konsumieren und eine Änderung von Gesetzen sozusagen gar nicht erforderlich machen, so lange darf man denen, die sich an Gesetze halten (müssen) und denen, die sie ausschöpfen, keinen Vorwurf machen. Wir haben es selber in der Hand. Wir alle.

ines.braeutigam@cbeckers.de

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