De klooke Froo

Gustav und Ernst sind ole Freunde und dräpt sik. Seggt Gustav: „Du ik heff hört, du schasst dien Froo poor ant Muul haut hem, dat kann je woll nich angahn?“ Meen Ernst: „Stimmt, aber dat wär wirklich dämlich.

Du weest doch mien Froo de will ümmer angeben wie gebildet is und brukt denn Wöör dat glöwst du nich. Nülichst woll se up Hochdütsch to ehr Freundin seggen, dat de Nachbor sik eenen nee’n grooden Trecker kofft hett: Do sä se, weil trecken je Hochdütsch ziehen heet: „Unser Nachbar hat jetzt den größten Zieher. “.

Bi uns gegenöwer wahnt je ne Familie de dree ganz lütte Kinner hebt. Sind jüst mal good een Meter grood und twee sind all Konfirmiert. As ik to mien Froo sä, dat de Naber wirklich to bedurn is, so lüttge Kinner to hem,’ meen mien Froo; „dat is wirklich so een Saak, deiht eenen je leed, is je een Pyrenäengeschlecht.“

Ik heff ehr antwort: „Du meenst Pygmäen.“ Do sä se: „Pygmäen sind Lüd, de sowat ähnlichet hebbt mit de Huut as wie Sommersprossen.“ „Dat heet aber doch Pigment,“ heff ik antwort. Do kööm mien Froo aber in gang: „Dat weet ik beeder, Pigment, dor hebbt de olen Ägypter upschräben.“

Ik segg: „Dat heet nu wedder Pergament.“ „Nee,“ seggt mien Froo, „Pergament is dat, wenn een Dichter wat anfangt to schrieben und dat nich to End bringt.“ Ick heff nich mehr to ehr seggt, dat dat „Fragment“ heet, heff mik dalsett. Woll jüst dat Thema ändern. Do kummt de Froo mit een Book an, zeigt up een Siet hen und seggt, „Ernst kiek mal hier steiht; Das Sonnendach, des Handtässchen war die Lehrerin des Zuhälters 15.“

Ik nehm dat Book, kiek. Dor steiht up französisch: La Marquise de Pompadur est la Mätresse de Lois XI. Dat heet doch: „Die Maquise war die Maitresse von Ludwig den 14,“ und segg dat to ehr. Do kummt mien Froo aber in fort; „dat musst du Wort vör Wort öwersetten: Maquise is dat Sünnendack, Pompadur de lütge Handtasch, la Maitress de Lerhrerin, Lois XI de veerteinste Tohälter. Ik heff doch französisch hat bi eenen Legionär.“ „Du meenst Lektor,“ segg ik. „Nee seggt mien Froo; „Lektor dat is een griechischer Held.“ „Dat wär Hektor, een Trojaner,“ heff ik seggt. „Nee, Hektor, dat is doch de Grött von uns Felder;“ verbeeder do mien Fro. Ik segg, „dat mutt Hektar heeten.“ „Quatsch, Hektar is een Göttergetränk,“ krieg ik to hören. Ik segg: „Dat heet nu wedder Necktar.“

„Du wullt mik doch up’n Arm nemmn, heff doch in Duell mit mien Freundin Anna sungen, bald graass ich am Nektar bald graass ich am Rhein.“ Heff blot noch antwort’: „Dat mut Duell heeten.“ Wie se do noch sä: „Duell is dat, wo de Zug dörch dan Barg föhrt,“ heff ik ehr eene langt.“ Gustav grien sik dat: „Ik har ehr all bi Hektor eene knallt. Dien Froo söll man bi’n Plattdütsch blieben, denn har se de Fehlers nich makt. Segg ehr man: „Sie leuchtet,“ heet upp Platt, „se lücht,“ oder: „Wer sein Nääs to hoch driggt, bald up de Schnut licht.“r“

Carl Friedrich Bautsch ist gebürtiger Groß Hesebecker und schreibt als Heimat- dichter über Land und Leute der hiesigen Region. Die AZ-Kolumne „Dütt un Datt up Platt“ finden Sie auch im Internet unter az- online.de/ kolumnen.

Von Carl Friedrich Bautsch

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