Gisela Weiberg aus Bienenbüttel setzt auf eine ganz spezielle Ernährungsweise

Klimaschutz im Kochtopf

Gisela Weiberg hält einen Kürbis und einen Spitzkohl
+
Gisela Weiberg ernährt sich nach der Planetary Health Diet. Dabei geht es darum, sich ausgewogen und klimaschonend zu ernähren.
  • Lars Lohmann
    VonLars Lohmann
    schließen

Wer sich möglichst klimabewusst ernähren möchte, tut seinem Körper gleichzeitig auch Gutes. Davon ist die Bienenbüttelerin Gisela Weiberg überzeugt. Sie hat sich vor allem mit der sogenannten „Planetary Health Diet“ beschäftigt.

Eine Ernährungsweise, die von 37 Wissenschaftlern entwickelt wurde, um möglichst klimaschonend eine ausgewogene Ernährung zu ermöglichen.

„Regionalität und Saisona-lität sind wichtige Kriterien“, erklärt Gisela Wei-berg. Konkret heißt das, möglichst von Erzeugern aus der Region Produkte zu kaufen. Hofladen oder Wochenmarkt bieten sich an – am besten wäre natürlich der eigene Garten. Aber auch im Supermarkt könne man geeignete Produkte finden. Das Ganze ist laut Gisela Weiberg aber keine Übung im Verzicht, sondern eine Rückbesinnung auf eine saisonale Ernährungsweise sowie bewussteres und gesünderes Essen.

„Es gibt keine Verbote“, erklärt sie. Vielmehr gehe es darum, die Ernährung so umzustellen, dass zum Beispiel der Verzehr einzelner Produkte wie Fleisch reduziert wird. Davon nimmt der Durchschnittsdeutsche in der Woche rund 800 Gramm zu sich. Das ist zum einen einfach nicht gesund, zum anderen aber auch ein Treiber des Klimawandels, da bei der Produktion große Mengen CO2 freigesetzt werden. Daher wird in der Planetary Health Diet empfohlen, möglichst auf rotes Fleisch zu verzichten und stattdessen zum Beispiel Geflügel oder Fisch zu essen. Wer nicht ganz darauf verzichten möchte, sollte zumindest nicht mehr als 100 Gramm rotes Fleisch in der Woche essen.

„Wenn die Deutschen im Durchschnitt nur 400 statt 800 Gramm Fleisch essen würden, könnten wir 56 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent einsparen“, erklärt Gisela Weiberg, die sich schon seit ihrer Schulzeit mit Umweltschutz beschäftigt. 1965 hatte sie einen Flyer zu den Gefahren der Atomkraft gelesen – das Thema hat sie nicht mehr losgelassen. Sie engagierte sich Anfang der 1980er Jahre politisch bei den gerade gegründeten Grünen in Hamburg, stieg aber nach einigen Jahren aus der aktiven Politik aus, weil es mit dem Beruf nicht mehr unter einen Hut zu bringen war.

„Das Thema Ernährung hat auch immer in meinem Beruf eine Rolle gespielt“, erklärt die Psychologin, die mit ihrem Mann seit etwas mehr als einem Jahr den Ruhestand in Bienenbüttel verbringt. Bei der Planetary Health Diet wird Eiweiß vor allem durch Hülsenfrüchte ersetzt. Aber auch Nüsse gehören zum Speiseplan. Laut Gisela Wei-berg alles, was zu einer ausgewogenen Ernährung gebraucht wird und gleichzeitig möglichst das Klima schont.

Vermieden werden sollten Produkte, für die Soja aus Südamerika verwendet wird, da dafür Regenwald abgeholzt wird. Von Avocados und Mandeln rät Weiberg aufgrund des hohen Wasserverbrauchs ab. „Oft wachsen die Pflanzen in Regionen mit Wassermangel. Der wird durch den Anbau der sehr viel Wasser verbrauchenden Pflanzen verschärft“, erklärt sie. Bei Nüssen könne man ohne Probleme auf heimische Alternativen zurückgreifen. Generell gelte, dass die Transportwege möglichst kurz sein sollten und saisonal gegessen werden sollte. Im Herbst bieten sich zum Beispiel Kohl, Möhren und Kürbisse an.

Die Planetary Health Diet wollte Gisela Weiberg Interessierten eigentlich bei einem Vortrag am 29. November in der KGS Bad Bevensen näherbringen. Aufgrund der Corona-Pandemie ist der Termin aber abgesagt worden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare