Gr. Liedern diskutiert und favorisiert großzügige West-Ost-Umfahrung Uelzens

Kleiner Ortsrat ganz groß

Uelzen. Dass Flächennutzungspläne geduldige Papiere sind, ist die eine Seite der Medaille.

Dass Flächennutzungspläne aber genauso kurzfristig wichtige Argumentationshilfe liefern können, ist nicht nur die andere Seite der Medaille, sondern im Ortsrat Groß Liedern am Montagabend praktiziert worden. Denn im aktuell gültigen Flächennutzungsplan der Stadt Uelzen aus dem Jahr 2000 ist eine Trasse zum möglichen Verlauf der B 71 als West-Ost-Umgehung Uelzens eingezeichnet. „Das wäre die große Lösung“, skizzierte Silke Weidenhöfer, Leiterin der Abteilung Planung im Rathaus, vor Ortsratsmitgliedern und großer Anzahl von interessierten Bürgern die Variante.

Und eben diese „große Lösung“ hat der Ortsrat Groß Liedern jetzt (wieder) auf die politische Agenda gesetzt. „Da wir davon ausgehen müssen, dass irgendwann die A 39 gebaut wird und anschließend mehr Verkehr in und um Groß Liedern läuft, müssen wir rechtzeitig zukunftsweisende Alternativen für unseren Ort diskutieren“, erläuterte Wilfried Teichmann (SPD) die Marschroute. Hintergrund: Bisher hatte Groß Liedern die „kleine Variante“ einer Ortsumgehung favorisiert – eine Trasse, die nördlich des Ortes verlaufen würde. Jetzt aber haben sich Mitglieder des Ortsrates nochmals mit dem Thema befasst und die „große Lösung“ ins Spiel gebracht.

Christoph Schulz (CDU-Ortsratsmitglied): „Die Trasse würde die B 71 östlich von Groß Liedern verlassen und in Richtung B 4/Hambrock führen. Von dort ginge es auf der B 4 bis kurz vor Holdenstedt. Dort würde die Trasse Richtung Nordwesten abzweigen und zwischen Veerßen und Hansen wieder auf die B 71 treffen.“ Mit dieser Variante würde Groß Liedern komplett verkehrsberuhigt, ergänzte Teichmann parteiübergreifend. Auch wenn diese politische Große Koalition für die „große Lösung“ nach Einschätzung von Silke Weidenhöfer durchaus „Charme“ habe und ebenfalls auf der 241 Projekte zählenden Liste Niedersachsens für den Bundesverkehrswegeplan 2015-2030 (wie auch die nördliche Variante und die Ortsumgehung Hanstedt II) gemeldet sei, gab die Abteilungsleiterin Planung den „nicht eben kostengünstigen Bau einer zusätzlich notwendigen Brücke über den Elbe-Seitenkanal“ und naturschutzrechtliche Einwände im Bereich zwischen Holdenstedt und Veerßen zu bedenken. Seite 3

Von Andreas Becker

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