Sie sind Rebellen vor und auf der Leinwand

Kinofilm „Nie wieder“ von Uelzener Jugendlichen feiert Premiere im Central-Theater

Dreharbeiten des Kinofilms „Nie wieder“ im Sommer 2017
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Vier Jahre Arbeit stecken im Kinofilm „Nie wieder“, der Produktionsfirma CFT Productions. Hier zu sehen sind Dreharbeiten im Sommer 2017.

Der Streifen, der seine Heimpremiere am 23. Oktober im Central- Theater feiert, soll ein deutliches Zeichen an die etablierten deutschen Produzenten senden: Ein guter Film muss nicht viel Kosten.

Uelzen - Mit viel Herzblut haben junge Uelzener von der Produktionsfirma CFT Productions einen Kinofilm in Blockbuster-Manier gedreht. „Nie wieder“ handelt vom Freiheitskampf unterdrückter und zurückgelassener Jugendlicher in einem fiktiven Entwicklungsland.

Es sei „eine große Erleichterung“ gewesen, sagt Luzian Massarrat. Nach 48 Drehtagen und vier Jahren Arbeit konnte der Uelzener Regisseur am vergangenen Wochenende das erste Mal die Früchte seiner Arbeit in einem Hamburger Kino begutachten. Dass es so lange gedauert hat, liegt neben der Corona-Pandemie auch daran, dass sein von Anfang an ambitioniert angelegtes Projekt im Verlauf der Dreharbeiten immer größere Dimensionen angenommen hat. Aus zwei Jahren Arbeit wurden vier, aus 90 Minuten Laufzeit 120 und aus 130 Beteiligten 309.

Die größte Herausforderung sei für ihn gewesen, „mit so wenig Geld so viel zu drehen“, berichtet Luzian Massarrat. Der Film wurde unabhängig und low-budget mithilfe von zahlreichen Sponsoren produziert. Viele der Jugendlichen investierten dafür ihre komplette Freizeit. „Wir haben immer gesagt, dass wir das alle durchziehen“, nennt der Uelzener Regisseur die große Leidenschaft aller Beteiligten als treibende Kraft hinter dem Projekt.

Im Produktionszeitraum von Juni 2017 bis September 2018 drehte die Crew von CFT-Productions auch im Landkreis Uelzen. Schauplätze waren unter anderem das Museumsdorf Hösseringen und der Altbau der Bereitschaftspolizei an der Ebstorfer Straße 6 in Uelzen. Die Jugendlichen vernetzten sich für die Dreharbeiten über Youtube, Instagram, Facebook und die Homepage des Films und konnten so unterschiedlichste Experten für die einzelnen Produktionsschritte gewinnen. „Das war eine Art Schneeballsystem im positiven Sinne“, beschreibt Luzian Massarrat die Dreharbeiten.

Herausgekommen ist am Ende ein Film „mit ganz viel Emotion, Spannung, Action und Gewalt“, wie die Uelzenerin Dominique Witt berichtet, die in „Nie wieder“ die Hauptfigur Luana spielt. Nach dem Vorbild großer Hollywood-Produktionen wechseln sich actiongeladene Kampfszenen und Schießereien mit einfühlsamen Dialogen ab. Man habe einen echten „Unterhaltungsfilm“ abliefern wollen, um zu zeigen, dass deutsche Produktionen nicht zwangsweise langweilig sein müssen, sagt Massarrat.

Ihren Sprung auf die Kinoleinwand sehen die Beteiligten abschließend als erfolgreiche „Jugendrevolte“: „Trotz Widerständen machen wir das, was wir machen wollen“, beschreibt Dominique Witt die Philosophie des jungen Filmteams.

Bestärkt durch zahlreiche begeisterte Rückmeldungen aus der Kinopremiere in Hamburg freut sich die Filmcrew nun auf das „Heimspiel“ in Uelzen. In Erinnerung an den tollen Zusammenhalt, der beim Dreh geherrscht habe, werde man den Film noch-mal mit „einem lachenden und einem weinenden Auge verfolgen“, sagt Dominique Witt.

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