Wiedersehen für Schüler nach drei Monaten 

KGS fährt den Betrieb hoch

Schulbusse vor der KGS Bevensen
+
373 Schüler kehren aus dem Homeschooling an die Bevenser KGS zurück. Eine Woche später wechseln sie sich mit ihren Klassenkameraden ab.
  • Gerhard Sternitzke
    vonGerhard Sternitzke
    schließen

373 Schüler sind jetzt aus dem Homeschooling an die KGS Bad Bevensen zurückgekehrt. Sie wechseln sich mit ihren Mitschülern ab. Emotional haben sie die Zeit zu Hause gut überstanden.

VON GERHARD STERNITZKE

Bad Bevensen – Wiedersehensszenen in der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Bad Bevensen. Nach drei Monaten im coronabedingten Homeschooling hat jetzt an der KGS der Unterricht für 373 Schüler aus dem fünften, sechsten, siebten und zwölften Jahrgang begonnen. Sie wechseln sich nächste Woche mit der jeweils anderen Hälfte ihrer Klassen ab. Allmählich wird der Betrieb an den weiterführenden Schulen hochgefahren. Die AZ hat nachgefragt, wie der erste Tag an der KGS gelaufen ist.

Die Schüler sind froh, dass sie wieder da sind. Sie sind aufgedreht. Da fällt es manchmal schwer, den nötigen Abstand zu halten.

Jens Wieckhorst, kommissarischer KGS-Leiter

„Die Schüler sind froh, dass sie wieder da sind“, berichtet der kommissarische Schulleiter Jens Wieckhorst. „Sie sind aufgedreht. Da fällt es manchmal schwer, den nötigen Abstand zu halten.“ Sein Eindruck ist auch, dass die Kinder und Jugendlichen die lange Zeit zu Hause emotional gut verkraftet haben. Dafür hat die KGS auch bis zu 90 Schüler in die Notbetreuung aufgenommen, wo es Probleme mit der Betreuung, der technischen Ausstattung und der Situation zu Hause gab.

Jens Wieckhorst, kommissarischer Leiter der Kooperativen Gesamtschule (KGS) Bad Bevensen

Für die 150 Lehrer bedeutet der Wiedereinstieg in den abwechselnden Präsenzunterricht, dass sie nun überprüfen können, was die Schüler im Homeschooling gelernt haben und wo es noch Probleme oder Fragen gibt. „Sie haben eine Menge von dem, was ich ihnen geschickt habe, mitgenommen“, hat Wieckhorst, vom Fach Mathelehrer, in einer fünften Klasse festgestellt. „Es werden bei den Schülern, denen es nicht so leicht gefallen ist, Fragen bleiben.“ Deshalb sei zunächst vor allem Wiederholung angesagt.

Schüler haben 70 bis 80 Prozent des Stoffs bewältigt

Etwa 70 bis 80 Prozent des Stoffs sei bewältigt worden, schätzt der kommissarische Schulleiter. „Aufs Jahr haben wir mindestens einen Monat verloren.“ Da viele Themen mehrmals über die Jahre vorkommen, sei das für die Jüngeren problemlos aufzuholen. „Am schwierigsten ist das für die Abschlussjahrgänge, weil sie die wenigste Zeit haben das aufzuholen.“

Nächsten Montag wechseln nicht nur die fünften bis siebten Klassen und der zwölfte Jahrgang, sondern dann kehren auch die Jahrgangsstufen acht, neun und elf in den Wechselunterricht zurück. Ziel der Landesschulbehörde ist es, dass jeder Schüler vor Ostern wieder in der Schule war. Um das möglich zu machen, wird teilweise in der Woche gewechselt.

Das ist das, was wir als Lehrer machen wollen. Wir wollen unterrichten und Schüler unterstützen.

Jens Wieckhorst, kommissarischer KGS-Leiter

Auch die Lehrer sind froh, ihre Schüler wieder in der Schule zu haben. „Das ist das, was wir als Lehrer machen wollen. Wir wollen unterrichten und Schüler unterstützen“, sagt Wieckhorst. Erkennen, ob die Kinder und Jugendlichen den Stoff verstehen, auf Fragen eingehen, einzelnen Schülern helfen – das sei nur im Präsenzunterricht möglich. Für seine Kollegen bedeutet das allerdings eine Doppelbelastung, denn für die andere Hälfte der Klassen müssen am Nachmittag die Aufgaben gestellt werden. „Wir bewältigen das, indem wir uns gegenseitig motivieren“, betont Wieckhorst. „Es ist eine gute Stimmung im Lehrerzimmer.“ Für ihre Arbeit sollen die Lehrer mit Laptops ausgestattet werden. Die KGS hat Bedarf für 150 Tablets angemeldet. Wann sie kommen, steht in den Sternen.

Ärzte testen Lehrer in der Schule

Seit der vergangenen Woche können sich die Lehrer einmal wöchentlich in der Schule auf Corona testen lassen. Zwei Ärzte übernehmen den Test. Unter 120 Abstrichen gab es bis gestern keinen einzigen positiven. Wie Selbsttests für Schüler funktionieren und wie die Schüler eingewiesen werden sollen, steht dagegen noch nicht fest.

Leiter Wieckhorst kämpft auch noch an anderer Front. Nach eigenen Angaben wurde gegen ihn Strafanzeige wegen der Maskenpflicht in der Schule gestellt. Nach Rücksprache mit der Landesschulbehörde in Lüneburg sei er jedoch ganz entspannt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare