Behörde plant Konzept zu Rückzugsgebieten für Tiere beim Bau der A 39

Keine Schnittmengen

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Das Förderprogramm war bislang auf eng begrenzte Räume rund um die EU-Vogelschutzgebiete Ostheide bei Himbergen und Bad Bodenteich (V25) sowie Drawehn (26) und weitere Einzelflächen. Nun kamen Flächen im östlichen Landkreis sowie bei Ebstorf hinzu.

Uelzen. Keine Rückzuggebiete für Tiere entlang einer möglichen A-39-Trasse: Die neu ausgewiesenen Fördergebiete zum „Ackerrandstreifen-Programm“ im Kreis Uelzen liegen nicht im Planungsgebiet der Autobahn.

Das erklärte Lars Wellmann, der Landwirte im Auftrag des Kreises über Umweltprogramme informiert, auf AZ-Nachfrage. Wie berichtet, können Landwirte für Flächen im östlichen Bereich des Kreises Förderprämien als Ausgleichszahlung erhalten, wenn sie die Ränder der Felder als Rückzugsgebiete für Tiere und als Bereich für Pflanzen nicht düngen und eine Bewirtschaftsungsruhe zu Brutzeiten einhalten. Dabei gebe es keine Überschneidungen der 8600 Hektar an Förderflächen mit dem möglichen Bebauungsgebiet der A 39, so Wellmann. „Die Bereiche sind deutlich getrennt“, erklärte er. Das Programm zu „Vogel- und sonstige Tierarten der Feldflur“ dürfe nicht in Konkurrenz zu einer Planung der Trasse stehen, habe die Straßenbaubehörde Niedersachen zur Bedingung gemacht.

Die Behörde ihrerseits arbeitet an einem Konzept für die Bebauungsfläche der A 39, mit dem Ackervögel, in der Region lebende Tierarten und Pflanzen Ausweichsflächen „angeboten“ bekommen sollen, hieß es auf Anfrage. Annette Padberg vom Geschäftsbereich Lüneburg der Straßenbaubehörde erklärt dazu: „Der Bau der A 39 stellt einen Eingriff in die Natur dar. Dieser muss kompensiert werden. Dazu gibt es Überlegungen, wie die Tiere Ausgleichsflächen erhalten können“, so Padberg. Heißt: Die beim Bau einer A 39 versiegten Flächen müssen anderenorts wieder in gleicher Größe als Lebensraum für Tiere und Entwicklungsbereich für für Pflanzen zur Verfügung gestellt werden. Die Mitarbeiterin der Straßenbaubehörde für den Bereich Planung betont jedoch, dass es sich bei dem Konzept bislang um Überlegungen handelt, die noch nicht spruchreif seien.

Beim Ackerrandstreifenprogramm, das aus Finanztöpfen der Eurpoäischen Union und des Landes-Umweltministeriums gespeist wird, sind es Ackervögel wie der schützenswerte Ortolan oder die Feldlerche, die in der Region einen Lebensraum finden sollen. Durch die nun stark erweiterte Förderkulisse, so Lars Wellmann, gebe es nun zusammenhängende und aneinandergrenzende Fördergebiete. „Bislang gab es nur vereinzelte und versprenkelte Flächen, was nicht optimal war“, erklärt der Fachmann.

Nähere Informationen zum „Ackerrandstreifen-Programm“ gibt es bei einer Veranstaltung am Donnerstag, 4. April, ab 18 Uhr in der Geschäftstelle der Landwirtschaftskammer Niedersachsen an der Wilhelm-Seedorfstraße 1 in Uelzen.

Von Norman Reuter

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