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Kein gutes Jahr für die Eulen im Kreis Uelzen

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Von: Lars Lohmann

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Zwei junge Ästlinge sitzen auf einem Baum. Für die Schleiereulen und die Waldkäuze war diese Brutsaison insgesamt aber nicht sehr erfolgreich
Zwei junge Ästlinge sitzen auf einem Baum. Für die Schleiereulen und die Waldkäuze war diese Brutsaison insgesamt aber nicht sehr erfolgreich © Privat

2022 ist kein gutes Jahr für die Eulen gewesen. So lautet das Fazit des Vogelexperten Waldemar Golniks vom Nabu-Kreisverband Uelzen. 

Landkreis Uelzen - Der Grund: Die Nahrungsgrundlage zur Aufzucht der Bruten ist nicht oder nur kaum vorhanden gewesen.

„Entgegen den Erwartungen ist 2022 kein Mäusejahr gewesen“, sagt Golnik. In der Folge seien bei Waldkäuzen und Schleiereulen erheblich weniger Bruten flügge geworden. Außerdem seien die Gelege auch kleiner gewesen als in den Vorjahren. Von 35 Bruten hätten gerade mal elf Bruten sechs Eier und elf weiterer fünf Eier gezählt. Der Großteil hatte lediglich zwei bis vier Eier im Gelege.

Der Erfolg bei der Aufzucht war auch geringer. Bei lediglich vier Nestern konnten sechs Schleiereulen beringt werden. Hinzu kommen noch drei Bruten mit je fünf Jungen. Insgesamt beringte Golnik 140 junge Schleiereulen. Im Durchschnitt sind es vier Jungvögel pro Nistplatz gewesen, was unter dem langjährigen Durchschnittswert liegt. Insgesamt sei das Brutjahr der Schleiereule recht enttäuschend und es bleibe nur die Hoffnung auf eine verbesserte Nahrungssituation im kommenden Jahr.

„In einigen Fällen sind junge noch nicht flügge Schleiereulen außerhalb des Brutkastens gefunden worden, die von den Altvögeln nicht mehr versorgt wurden“, berichtet Golnik. Das sei ein weiteres Indiz für ein nahrungsarmes Jahr. Denn die Jungvögel würden in Erwartung der Fütterung nahe am Einflugloch sitzen und von den hinteren Jungen herausgedrängt. „Wenn dies passiert, werden die Jungen, die herausgefallen sind, nicht mehr von den Altvögeln versorgt“, erklärt Golnik. Nach Möglichkeit sollte man die Vögel wieder ins Nest legen.

Auch beim Waldkauz ist das Brutjahr negativ verlaufen. Von elf Brutversuchen waren nur fünf erfolgreich. Zehn Jungvögel konnten beringt werden. Eine wesentliche Rolle spielt laut Golnik auch hier der Rückgang der Mäusepopulation und damit des Nahrungsangebots.

Hinzu kommt aber noch ein weiteres Problem. Dohlen übernehmen vermehrt die Brutkästen der Waldkäuze und verdrängen sie. Das war auch beim Trafoturm bei Flinten der Fall. Dort hatten Dohlen gebrütet und den Kasten mit Reisig gefüllt. Ein Waldkauz, der dort ebenfalls versuchte zu brüten, musste seine Brut abbrechen. „Dohlen sind in mehreren Brutkästen zum Problem geworden, denn dort, wo sie den Kasten in Beschlag nehmen, haben Eulen in der Regel das Nachsehen“, sagt Golnik. Das liege daran, dass durch Reisig kaum Platz übrig bleibe.

Nicht ins Gehege kommen sich Eule und Turmfalke, die häufiger gemeinsam Brutkästen nutzen. Aus 42 Bruten konnten 184 Jungfalken beringt werden und damit weniger als in den Vorjahren.

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