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Ist Alpha E gescheitert?

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Von: Lars Lohmann

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Der Ausbau der Bestandsstrecke im Rahmen von Alpha-E droht zu scheitern. 
Der Ausbau der Bestandsstrecke im Rahmen von Alpha-E droht zu scheitern.  © Archivfoto: Bräutigam

Steht der Ausbau der Bestandsstrecke Hamburg-Hannover und damit Alpha-E endgültig vor dem Aus? So zumindest interpretiert Uelzens Landrat Dr. Heiko Blume die Antwort aus dem Bundesverkehrsministerium auf ein Schreiben der Landräte von Uelzen, Celle, Lüchow-Dannenberg, Rotenburg (Wümme) und dem Heidekreis. Darin forderten sie, dass Alpha-E umgesetzt werden soll.

„Die Antwort aus dem Ministerium ist enttäuschend“, heißt es von Seiten des Landkreises Uelzen in einer Pressemitteilung. Der Bestandsausbau der Bahnstrecke Hamburg-Hannover werde offensichtlich nicht mehr weiter verfolgt. Denn alle in der Antwort genannten Alternativen zum Ausbau der Bestandsstrecke liefen auf Neubaustrecken heraus. „Das führt zu Frust bei den Bürgerinitiativen vor Ort, die sich im Dialogforum engagiert haben und auf die Umsetzung des Ergebnisses vertrauen durften“, sagt Blume.

Für Joachim Partzsch, Sprecher des Projektbeirats Alpha-E, kommt das Ganze nicht überraschend. „Die Bahn bedient sich nur noch des Titels Alpha-E. Das Perfide ist, dass die Bahn unter diesem Deckmantel eine Neubaustrecke vorantreibt“, sagt er. Das Unternehmen habe sich an den Ausbau der Bestandsstrecke, der 2015 im „Dialogforum Schiene Nord“ als Vorzugsvariante beschlossen wurde, nie wirklich gebunden gefühlt. „Für die Glaubwürdigkeit und Akzeptanz solcher Projekte in der Bevölkerung ist das ein schlimmes Ergebnis“, findet Partzsch. Trotzdem sei das Dialogforum das richtige Instrument gewesen. Es bleibe aber ein fader Beigeschmack. „Wem kann man noch vertrauen?“, fragt Partzsch. Er geht inzwischen davon aus, dass es eine Neubaustrecke geben wird. „Ob nun an der A 7 oder mitten durch unseren Landkreis, alle Indizien sprechen dafür“, sagt er.

Aus dem Bundesverkehrsministerium heißt es auf Anfrage, dass alle drei Varianten weiterhin geprüft werden. Bei einem Ausbau der Bestandsstrecke gebe es derzeit Bedenken wegen der Wirtschaftlichkeit. Sie könnten aber noch planerisch ausgeräumt werden. Das habe man auch dem Landrat auf sein Schreiben geantwortet.

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