Landes-Sozialministerin Özkan besuchte CJD-Jugendmigrationsdienst in Uelzen

Impulse für die Integration

Besuch bei der Mädchengruppe: Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan (hinten, 2. von links) und CDU-Landratskandidat Heiko Blume (Mitte) informierten sich gemeinsam über die Arbeit des CJD-Jugendmigrationsdienstes in Uelzen. Foto: Ph. Schulze

Uelzen. „Wo kommen Sie eigentlich her?“ will die neunjährige Cendresa, Teilnehmerin des Mädchentreffs beim CJD-Jugendmigrationsdienst Uelzen, von Niedersachsens Sozialministerin Aygül Özkan wissen. „Meine Eltern kommen aus der Türkei.

Ich bin aber in Deutschland geboren“, antwortet die CDU-Politikerin beim Rundgang durch die Räume an der Luisenstraße. „Meine Eltern stammen aus dem Kosovo“, erzählt Cendresa. Für Aygül Özkan ist der Fall klar: „Aber Du bist hier in Deutschland geboren, also sind wir beide gleich. “.

Es waren Gespräche wie diese über die Themen Herkunft und Integration, die jetzt bei Özkans Besuch in Uelzen im Mittelpunkt standen. Matthias Tetzlaff, Leiter des CJD Göddenstedt, führte den Gast aus Hannover durch das Haus und erläuterte gemeinsam mit Joyce Müller und Markus Oetzmann vom Jugendmigrationsdienst die verschiedenen Projekte der Einrichtung. Landratskandidat Heiko Blume und Landtagsabgeordneter Jörg Hillmer (beide CDU) begleiteten die Sozialministerin dabei.

Diese zeigte sich beeindruckt von der ehrenamtlichen Arbeit beim Jugendmigrationsdienst. Etwa zehn Mitarbeiter engagieren sich dort regelmäßig unentgeltlich, zum Beispiel in der Hausaufgabenhilfe, bei Sprachkursen und als Begleitung bei Behördengängen. In diesem Zusammenhang warb die Ministerin dafür, sich um Helfer im Rahmen des Freiwilligen Soziales Jahres zu bemühen. „Dabei kann man junge Menschen mit Migrationshintergund gewinnen. Sie können sich in die Jugendlichen einfühlen und für diese Vorbilder sein“, erklärte Özkan.

Auch Integrationslotsen können ihrer Ansicht nach dazu beitragen, die Arbeit des Jugendmigrationsdienstes zu entlasten. Sie seien wichtige Multiplikatoren und zugleich „die geborenen Ehrenamtlichen“, meinte die CDU-Politikerin. Zurzeit zählt der Integrationslotsen-Kursus, den der Jugendmigrationsdienst gemeinsam mit der Kreisvolkshochschule veranstaltet, elf Teilnehmer. „Vier davon haben einen Migrationshintergrund“, berichtete Joyce Müller.

Für ganz wichtig hält Özkan die Sprachförderung von Migranten, die möglichst schon in den Kindertagesstätten beginnen müsse. Dabei warb die Ministerin für ein neues Förderprojekt des Bundes: Insgesamt 400 Millionen Euro stehen den Ländern zur Verfügung, um die Teilhabe-Chancen von Kindern in der Gesellschaft zu verbessern, zum Beispiel durch Schulsozialarbeit und Sprachkurse. 36 Millionen Euro aus dem Fördertopf fließen nach Niedersachsen. „Das Geld ist schon freigegeben. Die Kommunen haben es jetzt in der Hand, zu entscheiden, wo dieses eingesetzt wird“, verdeutlichte Özkan.

Lobend über die Arbeit des CJD und des Jugendmigrationsdienstes äußerte sich Landratsbewerber Heiko Blume. Er schlug vor, alle Bildungsträger in der Region Uelzen an einen Tisch zu holen und Fragen der Integration und des Übergangs Jugendlicher in Ausbildung und Beruf zu erörtern. „Das Thema Migration wird immer wichtiger“, sagte Blume.

Von Bernd Schossadowski

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