Corona kompakt im Landkreis Uelzen

Uelzen: Wieder Impfwillige abgewiesen – weitere Testzentren – mehr Alte und Kinder infiziert

Corona-Test
+
In der Hansestadt sollen kurzfristig im Badue und auf dem Albrecht-Thaer-Gelände weitere Testmöglichkeiten entstehen. Das Gesundheitsamt arbeitet an weiteren Kapazitäten.
  • Lars Becker
    VonLars Becker
    schließen

Der Landkreis Uelzen reagiert auf die Kritik von Impfwilligen, die sowohl am Montag am Gesundheitsamt in Uelzen als auch am Dienstag in Gerdau und am Mittwoch in Rosche unverrichteter Dinge wieder nach Hause geschickt worden sind. Wir fassen die wichtigsten aktuellen Fakten auch zu neuen Testmöglichkeiten sowie Fallzahlen hier zusammen:

Senioren und Kinder betroffen: Stand Mittwoch, 24. November, waren an 22 Schulen im Landkreis Uelzen 46 Corona-Infektionsfälle bekannt, an 17 Kindertageseinrichtungen weitere 17 und in fünf Alten- und Pflegeheimen noch einmal 28 Infektionen. Diese Zahlen nannte der Kreis auf AZ-Anfrage.

Corona-Tests im Badue und „Drive-In“: Bürgermeister Jürgen Markwardt hat gestern in einer Videobotschaft auf den Kanälen der Hansestadt Uelzen in den sozialen Netzwerken weitere Corona-Testzenren angekündigt. Im Badue (Ende dieser oder Anfang nächster Woche) sowie als „Drive In“ auf dem Albrecht-Thaer-Gelände sollen die zusätzlichen Testmöglichkeiten aufgebaut werden. Betreiber werde Marvin Großkrüger, der auch die Testzentren in der Celler Straße und in der Gudesstraße betreibt – mit sehr großer Resonanz. Am Mittwoch bildeten sich an beiden Standorten teilweise lange Schlangen, Testwillige mussten lange warten.

Uelzens Bürgermeister kündigt neue Teststationen an

Dezentrale Impfangebote im Kreis: Der Landkreis Uelzen macht ausdrücklich darauf aufmerksam, dass Impfwillige aufgrund der jeweils begrenzten Zeitfenster und der damit verbundenen maximalen Anzahl möglicher Impfungen leider abgewiesen werden müssen. Der zur Verfügung stehende Impfstoff jedoch sei für diese in dem Zeitfenster maximal mögliche Anzahl zu impfender Personen jeweils ausreichend. Die Zeitfenster der Vor-Ort-Termine sind zurzeit noch sehr begrenzt, da die Teams parallel in einer Vielzahl von Einrichtungen, wie zum Beispiel Schulen, Alten- und Pflegeheimen, Einrichtungen der Eingliederungshilfe usw. Impfungen vornehmen.

Zahl der Impfwilligen überschreitet maximale Anzahl möglicher Impfungen

Die Impfungen erfolgen nach dem sogenannten „Windhundprinzip“, also nach der Reihenfolge des Erscheinens der Impfwilligen. Sollte sich hierbei abzeichnen, dass die Zahl der Impfwilligen die maximale Anzahl möglicher Impfungen überschreitet, wird der betreffende Personenkreis schnellstmöglich entsprechend informiert, um unnötige Wartezeiten zu vermeiden. Eine vorherige Anmeldung ist zurzeit nicht möglich.

„Mangels Anmeldeportal oder Hotline lässt es sich aktuell nicht vermeiden, dass nicht alle erschienen Impfinteressierten bedient werden können. Das Land Niedersachsen hat es versäumt, ein solches Anmeldeportal oder eine Hotline zu schaffen. An einer Lösung wird gearbeitet“, so Kreissprecher Martin Theine.

Impfung ohne Termin am Donnerstag (25. November): von 9 bis 15.30 Uhr auf dem ehemaligen Gelände des Bundesgrenzschutzes, Stadenser Straße 2, Bad Bodenteich.

Impfung ohne Termin am Freitag (26. November): von 8.30 bis 15.30 Uhr im Mehrgenerationenhaus des DRK, Ripdorfer Straße 21, Uelzen.

Das sind die Fakten zu den Imfungen: Angeboten werden im Rahmen der dezentralen Impfmöglichkeiten Erst- und Zweitimpfungen sowie auch die sogenannten Booster-Impfungen. Verwendet werden die Impfstoffe von Biontech und Moderna. Erst- und Zweitimpfungen werden altersunabhängig für Personen ab dem zwölften Lebensjahr angeboten, ebenso ergänzende Impfungen nach vorangegangener einmaliger Verabreichung des Impfstoffes von Johnson & Johnson, sofern seitdem mindestens zwei Monate verstrichen sind.

Impf-Angebote für alle im Dezember geplant

Das ändert sich im Dezember: Das Angebot einer dritten Impfung nach vorangegangener Erst- und Zweitimpfung richtet sich im Rahmen der dezentralen Impfangebote aktuell an Personen, die das 70. Lebensjahr vollendet haben und deren zweite Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt. Damit soll gerade die besonders verletzliche ältere Generation geschützt werden. Ab Dezember soll das Angebot grundsätzlich auf alle Impfberechtigten erweitert werden.

Das sagt Landrat Dr. Heiko Blume: „Es ist erfreulich, dass das Angebot des Landkreises auf sehr großes Interesse stößt. Dies gilt sowohl für Erstimpfungen wie insbesondere auch Auffrischungsimpfungen. Dass durch das gegenwärtige Impfangebot des Landkreises nicht alle Interessierten gleichzeitig bedient werden können, liegt in der Natur der Sache“, so Landrat Dr. Heiko Blume. Der Landkreis engagiere sich einmal mehr im Rahmen der Corona-Impfkampagne – und dieses ergänzend. Ergänzend, weil das Impfen und damit auch das Boostern Aufgabe vorrangig der niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte sowie Betriebsärztinnen und Betriebsärzte sei.

Nach AZ spricht auch Landrat vom „Impfzentrum 2.0“

„Extrem ärgerlich ist, dass das Land uns im Juli erst die Schließung des funktionierenden Impfzentrums in der Stadthalle vorschreibt, um dann Anfang September mitzuteilen, es fehle an Strukturen für das Boostern und die Landkreise sollten nun eben solche Strukturen, wenn auch „mobil“, wieder aufbauen. Wir packen die Aufgabe gemeinsam mit dem DRK wieder an. Der Landkreis prüft zurzeit unter Hochdruck Standorte für ein „Impfzentrum 2.0“, mit dem wir schnellstmöglich an den Start gehen werden. Das Land hätte den Menschen auch im Landkreis Uelzen das Impfen aber deutlich einfacher machen können“, so Blume abschließend.

Das müssen Impfwillige beachten: Impfwillige müssen folgende Unterlagen mitführen: Personalausweis, Reisepass oder Aufenthaltstitel; Impfpass – soweit vorhanden (alternativ kann eine Ersatzbescheinigung ausgestellt werden); Herzpass, Diabetikerausweis oder Medikamentenliste – falls vorhanden.

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare