Hotel Stadt Hamburg Bämsen

Schade, dat dat Hotel in Bämsen nich mehr giwt. Alle grooden Feste wörn dor fiert. Sünnabends und Sünndags tagen dor de Stammdische.

Hotel Stadt Hamburg wär een Utflugslokal vör Hamborger, de mit’n Zug kömen.

Berühmt is Dreusicke, de Besitzer üm 1920 worn, weil man in sien Hotel keene Hunde mit rin nemmen dörf. Glieks an de Ingangsdöör stünd anschreeben: „Hunde haben keinen Zutritt und sind beim Hausmeister abzugeben!“

Een ganz berühmten Hamborger Reeder woll dor mal äten. Sien treuen edlen Hund folg em up Schritt und Tritt. Kuum wär he in de Gaststuuw, so sä de oole Dreusicke: „Hunde raus, können Sie das Schild nicht lesen, geben sie Ihren Köter beim Hausmeister ab!“

„Köter,“ har he seggt, dat wär to veel vör dan Reeder. „Wissen Sie überhaupt wer ich bin?“ Und denn sä he sienen Namen.

„Und wenn se de Kaiser von China sind,“ sä Dreusicke, hier in mien Hotel kummt keen Hund mit rin.“ De feine Mann könn noch soveel reden wat he woll, Dreusicke löt em vör de Döör stahn.

Tofällig säten door in’ Lokal poor rieke Hamborger und harn dat mitkrägen. De hefft denn in ganz Hamborg vertellt, dat en Gastronom ut Bämsen, dan berühmten Reeder rutschmetten hett.

Nu kömen all de rieken Hamborger Herrn na Bämsen. Se woll’n dan’ Kröger sehn, de dan’ berühmten Reeder ruschmetten hett.

Je, und weil Dreusickes Mudder so good kaaken könn, köömen de alle wedder und so ist „Stadt Hamborg“ in Bämsen, in de Hansestadt Hamborg berühmt worden.

De Husmeister „Johann“ wär vör alles door, Hoff reinmaaken, utfegen, Schoh putzen, bin Utspannen hölpen, Kuffer drägen und wat süss noch anföll. He kräg goodet Dringgeld und wär bestimmt nich arm.

Dreusicke Senior wär ümmer fein antrocken und har eene spiegelblanke Glatze. De sä ümmer ut, as wenn se poliert wär.

Eenes Morgens frög Johann: „Herr Dreusicke, wat sall ick maken?“

„Feeg dan Hoff,“ kreeg he to Antwort. Dur nich lang do frög Johann: „Ick bin ferdig wat sall ick maaken?“ „Begieß die Blumen,“ kreeg he up Hochdütsch to hör’n.

„Herr Dreusicke ich bin fertig.“ „Putz de Glääs und de Theke,“ grummel Emil.

Lang hett dat denn nich duur’t, do sä Johann: Herr Dreusicke, de Glääs und de Theke sind putzt, und wat nu?“

Do meen Emil Dreusicke: „Minsch gah na baaben und stick dien Hinnersten ut’n Finster!“

10 Minuten löter köm he wedder daal in de Gaststuw rin und frög:

„Herr Dreusicke, bin damit fertig, was soll ich tun“

„Wat,“ seggt de oole Dreusicke und trock de Oogenbruunen hoch, dat sien blanke Glatze kruus wör; „hesst du dat wirklich daan und dien Moors, dan naakten Hinnersten ut’n Finster holen?“

„Se weet’ doch dat ick alles maak wat se seggt Herr Dreusicke, ick heff mienen Allerwertesten door rutholn.“

„Und was haben die Leute die da vorbeigingen dazu gesagt?“

„Guten Morgen Herr Dreusicke,“ wär de Antwort.

Carl Friedrich Bautsch ist gebürtiger Groß Hesebecker und schreibt als Heimat- dichter über Land und Leute der hiesigen Region. Die AZ-Kolumne „Dütt un Datt up Platt“ finden Sie auch im Internet unter az- online.de/ kolumnen.

Von Carl Friedrich Bautsch

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