Kirchenkreis Uelzen: Propst wartet auf Empfehlung der Landeskirche

Hoffen auf vielfältige Ostergottesdienste

Jörg HagenPropst der Kirchengemeinde St. Marien
+
„Ich hoffe, dass Gottesdienste nicht nur in Digitalfarbe, sondern auch analog stattfinden“, sagt Propst Jörg Hagen.

Das hatten die Kirchen nicht erwartet: Die Aufforderung der Bund-Länder-Konferenz in dieser Woche, auf Präsenzgottesdienste zum Osterfest zu verzichten. „Als wir am Dienstag das Radio angedreht haben, waren wir ziemlich geplättet“, räumt Propst Jörg Hagen ein, verweist auf die Rücknahme der eilends beschlossenen „Ruhetage“ einen Tag später und hält fest: „Es wird hoffentlich vielfältige Gottesdienste geben.“

Uelzen/Landkreis – Wie die zum Osterfest aussehen, ist freilich noch nicht ausgemachte Sache. Am heutigen Freitag soll es dazu Beratungen der Kirchen mit der Landesregierung in Hannover geben. Und erst für Montag erwartet Hagen entlang einer von der Landesregierung vorgegebenen Leitlinie Handlungsempfehlungen der Evangelischen Landeskirche für die Gemeinden. „Es wird bestimmt viele Sondersitzungen der Kirchenvorstände geben“, sagt der Propst voraus.

Denn bei ihnen liegt die Entscheidung, wie die Gottesdienste zu Ostern aussehen – etwa im Freien, in Präsenz oder digital. Hagen erwartet eine bunte Mischung der Möglichkeiten. „Wir haben viel Erfahrung mit neuen Gottesdiensten, ob digital etwa mit Zoom. Oder analog: So wie wir es im Kurpark in Bevensen, bei Pilgergottesdiensten oder mit einem Segenswagen, der über Land fährt, schon erlebt haben.“ Der Propst ist überzeugt, dass sich bei Präsenzgottesdiensten strikte Abstands- und Hygieneregeln bewährt haben. „So können nach der Rolle rückwärts in Berlin weiterhin analoge Gottesdienste geplant werden. Ich hoffe, dass Gottesdienste nicht nur in Digitalfarbe, sondern auch analog stattfinden.“ Aber auch: „Wer sagt: Wir schützen uns“, kann laut Hagen ein reiches Digitalangebot auch im Kirchenkreis wahrnehmen, hinzu kämen die Radio- und Fernsehgottesdienste. Schließlich seien die baulichen Bedingungen für Präsenzgottesdienste nicht überall gleich: „Wenn nur 50 Personen in eine Kirche hineingehen, kann man keinen Präsenzgottesdienst mit Corona-Hygiene-Auflagen stattfinden lassen.“ Es komme auf die örtlichen Bedingungen an.

So will Hagen von Enttäuschung über das Wechselbad der großen Politik in Berlin nicht sprechen. „Es war eher die Schwierigkeit des Ringens um eine gute Lösung. Man stand unter hohem Druck, eine Einigung zu finden und Dinge zu entscheiden. Und dann hat man kulturell und ökonomisch zu schnell entschieden“, sagt der Propst über die Bund-Länder-Runde.

Jetzt wird es für die Kirchen wieder kurzfristig: Wenn am Montag Handlungsempfehlungen der Landeskirche vorliegen, können die Kirchenvorstände beraten: über ein besonderes Osterfest unter schwierigen Pandemie-Bedingungen. VON CHRISTIAN HOLZGREVE

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare