Da hilft dann auch kein Weihnachtsmann

Uelzen. - Von Marc Rath Es klingt paradox – und das ist es wohl auch: 550 000 Euro flossen in den vergangenen Monaten in den ersten Sanierungsabschnitt der Pestalozzi-Schule. Weitere 400 000 Euro sollen im nächsten Jahr noch einmal folgen. Doch in vier Jahren wird dieses Gebäude keine Schüler mehr beherbergen. Dass es dann abgerissen wird, ist sogar durchaus wahrscheinlich.

Und dennoch macht sich jetzt in der Kreispolitik über Fraktionen hinweg Erleichterung breit, wird gar von der „kostengünstigsten Lösung“ gesprochen. Das wird wohl sogar wahr sein, denn der Gebäudetausch von BBS II, Löns-Schule und HEG macht durchaus Sinn.

Das Schlimme daran ist jedoch: Diese Lösung wäre bereits vor vier Jahren möglich gewesen. Doch das wurde damals torpediert, denn die Stadt wollte „ihren“ Löns-Trakt nicht für den Kreis hergeben. Und sie hätte zumindest schon Anfang des Jahres wieder auf der Tagesordnung stehen können, wenn die Kreispolitik damals nicht signalisiert hätte, man wolle doch lieber eine „eigene“ Option ziehen.

Knecht Ruprecht, wenn es ihn denn noch gäbe, hätte da in dieser Woche genug Gründe gehabt, einmal dazwischen zu schlagen. Und das tut auch Not. Kreis- und Stadtpolitik müssen sich nämlich die Frage gefallen lassen, ob sie diese knappe Million nicht sinnlos in den Sand setzen. Was wäre gewesen, wenn die leidlichen Egoismen zwischen dem Kreis und seiner Kreisstadt nicht immer wieder so gepflegt würden? Wenn der Landkreis etwa seine Schulentwicklungsplanung fortgeschrieben hätte und alle viel früher über Gebäudeausstattung und -bedarf im Bilde gewesen wären?

Ein anderes Finale gab es in dieser Woche mit einem noch markanteren Objekt: Der Umzug der Kreisvolkshochschule ins Alte Rathaus ist besiegelt. In der Stadt sind die Wunden noch nicht verheilt, dass dort kein Publikumsmagnet entstehen kann. Und die Schuldfrage wird durchaus in den eigenen Reihen ausgemacht. Aber dies soll hier nicht Thema sein.

Mit der Volkshochschulvariante war indes klar, dass aus einem öffentlichen Gastro-Betrieb ohne privaten Betreiber (der dann nicht so hoch hätte gefördert werden können) nichts werden konnte. Der Kreis fährt hier eine klare Kante. Das ist korrekt so. Ein bisschen schwanger geht eben auch in der Uelzener Politik nicht – jedenfalls nicht, wenn man EU-Fördermillionen erhalten will.

Was zeigen beide Fälle: Selbst bei Kerzenschein besehen sind Uelzens Aussichten nicht gerade glänzend. Nicht für alle wünschenswerten Projekte gibt es die erhofften Investoren oder Gelder. Da gilt es, vorhandene Mittel sinnvoll zu bündeln und vorausschauend zu planen. Dann lässt es sich in der Region immer noch gut leben, wenn auch nicht alle Weihnachtswünsche in Erfüllung gehen können.

Doch dafür müssen Stadt und Landkreis mehr denn je gemeinsam agieren. Denn sonst kann auch der Weihnachtsmann nicht mehr weiterhelfen, ;-)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare