Heute schon gesungen?

Haben Sie, liebe Zeitungsleser, heute schon gesungen? Zum Schlager aus dem Radio oder Ihnen geht eine Melodie nicht mehr aus dem Kopf und Sie summen oder trällern sie. Mir geht es an manchem Morgen beim Frühstück so: ein Lied gehört und es geht nicht mehr aus dem Kopf.

Seit es Menschen gibt, gehört das Singen als Ausdruck des Lebens dazu, haben Forscher herausgefunden. Singen fördert die Gemeinschaft und befreit vom Stress.

Zum Gottesdienst gehört der Gesang der Gemeinde dazu wie das Amen in der Kirche. An diesem Sonntag mit dem lateinischen Namen Kantate, Singet auf Deutsch, steht das Singen im Vordergrund. Hohe Stimmen, tiefe Stimmen, laute und leise Stimmen erklingen während des Gottesdienstes. Neben „Lobe den Herren“ erklingt „Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen“, alte und neue Lieder.

Der Gesang dient Gott zu loben und den Menschen zur Freude. Dieser Satz ist sehr alt, hat aber nichts an Aktualität verloren, wie man jeden Sonntag im Gottesdienst erleben kann. Aber nicht nur dort. Auch wenn ich im Alltag traurig bin, kann eine Melodie mich auf andere Gedanken bringen.

„Singet dem Herrn ein neues Lied, denn er hat wunderbare Taten vollbracht“, heißt es zu Beginn von Psalm 98. Die Freude über die Schöpfung Gottes schwingt mit. Auch wir Menschen sind angenommen als Geschaffene zu seinem Ebenbild. Natürlich gibt es noch Leid, Verzweiflung und Tod auf dieser Welt. Ungerechtigkeit und Willkür können nicht übersehen werden. Aber: Gott kommt, um die Erde zu richten. Er richtet den Erdkreis gerecht, die Nationen so, wie es recht ist, heißt es am Ende des Psalms. „In dir ist Freude in allem Leide“ kann ein Lied sein, das sich gegen das Leid stemmt und im Gesang dagegen angeht: Prinzip Hoffnung im Lied.

Jeder Mensch hat eine Stimme, mit der er singen kann. Dabei spielt die Schönheit der Stimme beim Loben von Gott nur eine untergeordnete Rolle. Es sollte nur von innen kommen. In alten und neuen Tönen kann das Lob Gottes erklingen. Wenn es das rechte Lob Gottes ist, dann wird es Gott und den Menschen immer wieder neu klingen. Es wird das vertraute neue Lied sein, das Gott heute lobt, weil er so viel Gutes getan hat und auch morgen Gutes tun wird.

Ronald Winnefeld ist Pastor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Nettelkamp. Das Wort zum Sonntag finden Sie auch im Internet: az-online.de/lokales/

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Von Ronald Winnefeld

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