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Helios-Klinikum richtet wieder Corona-Stationen ein und verschiebt Eingriffe

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Von: Lars Becker

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Das Helios-Klinikum Uelzen muss - wie alle Krankenhäuser bundesweit - zwei Herausforderungen meistern: die Corona-Pandemie und die Auswirkungen der Einrichtungsbezogenen Impfpflicht.
Das Helios-Klinikum Uelzen muss - wie alle Krankenhäuser bundesweit - zwei Herausforderungen meistern: die Corona-Pandemie und die Auswirkungen der Einrichtungsbezogenen Impfpflicht. © Helios-Konzern

Über dem Uelzener Helios-Klinikum am Hagenskamp schwebt nicht nur Corona wie ein Damoklesschwert. Denn zusätzlich muss das Unternehmen auch wegen der einrichtungsbezogenen Impfpflicht auf Personal verzichten - ein Blick auf die aktuelle Situation des Krankenhauses.

Uelzen/Landkreis - Die wichtigste Botschaft: Das Helios-Klinikum ist nach eigenen Angaben weiterhin voll handlungsfähig, was die stationäre und (notfall-)ambulante Versorgung der Menschen im Landkreis Uelzen anbetrifft.

Aber natürlich wird das Krankenhaus – wie nach Einschätzungen der Deutschen Krankenhausgesellschaft aktuell mindestens drei von vier Kliniken – vor Herausforderungen durch die Omikron-Variante des Coronavirus gestellt. Und daraus werden Konsequenzen gezogen, wie der Helios-Konzern auf eine entsprechende Anfrage der AZ bestätigt hat:

Eskalationsstufenplan“ entwickelt

• Neben dem seit Beginn der Pandemie etablierten Corona-Stab sei ein „Eskalationsstufenplan“ entwickelt worden, der sich bewährt habe. „Mit diesen Notfallplänen halten wir verschiedene Szenarien vor, die dann zum Einsatz kommen, wenn sich die Situation weiter verschärfen sollte. Wesentlicher Gegenstand dieser Notfallpläne ist die Bündelung personeller Ressourcen und medizintechnischer Infrastruktur“, betont das Unternehmen.

• Zuletzt sind bereits Eingriffe und Operationen, die nicht akut erforderlich waren, verschoben worden. Dazu teilt Helios mit: „Wir haben in den vergangenen Tagen unsere elektiven Operationen und Eingriffe, die medizinisch vertretbar sind, zurückfahren müssen. Die Patienten sind im Vorwege entsprechend informiert worden.“ Hier werde täglich auf die aktuelle Lage reagiert.

Ausfall- und Springerpools etabliert

• Außerdem wurden angesichts der Zunahme der Zahl von Covid-19-Patienten (gestern waren es 46) wieder ganze Corona-Stationen geöffnet. Als die Fallzahlen im ein- oder geringen zweistelligen Bereich lagen, waren infizierte Patienten isoliert auf den Fachstationen behandelt worden. Helios schreibt: „Die Covid-19-Patienten sind auf dafür eingerichteten Covid-Stationen untergebracht. Unser Hygienekonzept sieht vor, dass jeder Patient bei Aufnahme mittels Antigen-Schnelltest als auch einem PCR-Test getestet wird.“

• Auf die „vermehrten Personalausfälle“ wurde reagiert – mit Ausfall- und Springerpools, „auf die wir in solchen Situationen zurückgreifen. Uns ist durchaus bewusst, dass das im Einzelfall zu einer Mehrbelastung für unser Personal führt und ein hohes Maß an Flexibilität abverlangt“, teilt Helios mit. Tagesaktuell fehlten gestern 18 Prozent der Mitarbeiter am Standort Uelzen – das sind rund 140 von 800. Wichtig: Längst nicht immer ist Corona ursächlich für den Personalausfall..

Nur Notfälle aus dem Landkreis Uelzen

• Aktuell werden am Hagenskamp nur noch Notfälle aus dem Landkreis Uelzen aufgenommen, wie eine Helios-Sprecherin bestätigt: „Es ist unser oberstes Ziel, die Versorgung unserer Patienten aufrechtzuerhalten und weiterhin sicherzustellen, sodass dem Behandlungserfordernis abseits der Corona-Erkrankung Rechnung getragen werden kann. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt können wir die Akut- und Notfallversorgung für unseren Landkreis vollumfänglich gewährleisten. Lediglich von der Notfallversorgung umliegender Landkreise haben wir uns bis einschließlich Freitag abgemeldet.“

Neben der Bewältigung der Corona-Pandemie steht das Klinikum – wie alle im medizinisch-pflegerischen Bereich tätigen Unternehmen – zudem vor der Herausforderung, den Vorgaben der „Einrichtungsbezogenen Impfpflicht“ zu entsprechen.

Impfung: Aufklären und überzeugen

Das heißt: Personal darf seit dem 16. März maximal „patientenfern“ eingesetzt werden und musste unverzüglich dem Gesundheitsamt angezeigt werden, wenn Impf- oder Nachweis-Status nicht passten. Immerhin: „Die Impfquote unserer Beschäftigten liegt aktuell bei etwa 96 Prozent“, so eine Sprecherin. Man versuche, alle noch ungeimpften Beschäftigten aufzuklären und so von der Impfung zu überzeugen – dazu gebe es auch Gesprächsangebote, „um mögliche Vorbehalte aufklären zu können“.

Auf AZ-Anfrage erklärte Kreis-Pressesprecher Martin Theine, dass im Landkreis Uelzen bisher 114 solcher Meldungen von 49 Arbeitgebern eingegangen seien (Stand: Mittwoch, 18 Uhr). Es gehe dabei aber auch um ungültige Genesenennachweise oder Fälle, in denen die Echtheit des Nachweises zweifelhaft sei. Auch für das Helios-Klinikum stellt die Impfpflicht eine zusätzliche Herausforderung dar.

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