Der Uhlenköper

Heftiges…

. . .Geklopfe reißt Uhlenköper neuerdings am frühen Morgen aus seinem Schlaf. Kurz nach Morgengrauen hämmert und pocht es direkt vor seinem Schlafzimmerfenster, was das Zeug hält. Zunächst war er natürlich fuchsteufelswild, weil er dachte, die lieben Nachbarn könnten es mit irgendwelchen Heimwerkerarbeiten nicht abwarten bis zu einer vernünftigen Zeit.

Doch nebenan lag auch noch alles still und dunkel da. Beim genaueren Blick aus dem Balkonfenster und konzentriertem Lauschen machte unser Mann dann schnell die Quelle des Klopfens aus: Ein hyperaktiver Buntspecht macht sich da allmorgendlich an seinem Fliederbaum zu schaffen. Keine fünf Meter von Uhlenköpers Kopfkissen entfernt! Das musste sich unser Mann genauer ansehen. Und er entdeckte etwas äußerst Pfiffiges: Der Vogel bediente sich an den Haselnussbäumen im Nachbargarten, klemmt die Nuss dann in eine Spalte des Fliederbaums, um sehr ausdauernd mit dem Schnabel ein Loch hinein zu hämmern und den Kern zu verputzen. Raffiniert, das muss er zugeben. Aber richtig nervig. Er ist deswegen jedes Mal froh, wenn der Specht endlich satt ist, Ihr Uhlenköper.

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