Zu großer Eingriff

Uelzen/Landkreis - Von Marc Rath. Mit einem einhelligen Votum gegen die Ostvariante für die geplante Autobahn 39 bezieht die Kreisjägerschaft im Raumordnungsverfahren Position.

"Bei der Planung der Vorzugsvariante wurden die Forderungen aus Sicht des Naturschutzes nach einem minimalen eindringlichen Eingriff und dem damit verbundenen maximalen Landschaftserhalt nicht ausreichend berücksichtigt", kritisiert der neue Vorsitzende der Kreisjägerschaft, Klaus Bullerjahn, die Planungen: "Wir wollen daher Farbe bekennen." "In der einstimmig verabschiedeten Stellungnahme kritisiert der erweiterte Vorstand der Kreisjägerschaft, dass mit der Osttrasse "einer der größten zusammenhängenden Lebensräume des Wildes dieses Landes" zerstört werde. Die Vorzugsvariante der A 39 stelle auf ihrer gesamten Länge eine weitere Barriere auf den Wanderwegen von Wolf, Luchs und Fischotter sowie den Fernwechseln des Rotwildes dar. Die Jäger bemängeln, fehlende Daten im Raumordnungsverfahren, da zu diesem Problem "keine definitiven Aussagen gemacht" wurden. Da die Vorzugsvariante in Teilbereichen parallel zum Elbe-Seitenkanal verläuft, entstehe dort für alles Wild auf mehreren Kilometern eine unüberwindliche Barriere, heißt es zudem in der Stellungnahme. Der als anerkannte Naturschutzverband aktive Verein fordert daher die Prüfung einer Alternativtrasse und befürwortet die so genannte "0+ Variante", die nördlich von Uelzen weitgehend an der B 4 entlang verläuft und Ortsumgehungen für die angrenzenden Orte vorsieht. Südlich von Uelzen könne die B-4-Trasse komplett verbreitert und ausgebaut werden, wobei Ortsumgehungen von Breitenhees, Sprakensehl und Groß Oesingen nötig seien. "Die Zerstörung der Landschaft und Lebensräume wird so durch die weitgehende Nutzung der bestehenden B-4- Trasse minimiert und die Zahl der Barrieren nicht erhöht", betont Bullerjahn. Bei einer entsprechenden Anzahl von Grünbrücken und einer wildgerechten Gestaltung der Grünbrückenkorridore könne diese Variante für das Wild sogar eine Verbesserung der bestehenden Situation bedeuten. Bullerjahn plädiert dafür, das Raumordnungsverfahren auszusetzen, bis die "0+ Variante" ausreichend untersucht ist und im Verfahren berücksichtigt werden kann. Erschienen: 01.06.2006: AZ / 126 / Seite:5

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