Gottes „Trotzdem“ zum Leben

Seit Wochen hängen sie in der Uelzener Innenstadt. Viele bunte Ostereier schmücken die Bäume an Plätzen und Straßen und erzählen vom nahenden Osterfest. Und wenn die Sonne einmal nicht schien, der Wind und der Regen durch die Gassen peitschten, so lächelten die farbigen und fröhlichen Eier von den Bäumen herab und zauberten bei manchem von uns einen Sonnenstrahl ins Herz.

Schon früh ist das Ei als christliches Symbol des Lebens gedeutet worden. Es ist von außen betrachtet ein lebloser Stein, doch wenn seine Schale aufbricht, wenn das Küken herausschlüpft, dann verwandelt sich der leblose Stein in Leben. Von dem Leben, das in dem vermeintlich toten Stein verborgen ist, erzählen die bunten Farben, die wir auf die Schale auftragen. Bunte Eier sind so für uns zu Hoffnungsbildern geworden, die davon erzählen, dass sich das Leben immer wieder unvermutet seine Bahn sucht, ans Sonnenlicht drängt, auch wenn wir häufig genug kein Licht am Ende des Tunnels mehr erkennen können.

Und so können wir dem Management der Stadt Uelzen nur danken für diese wunderschöne Idee, die uns den Kopf heben lässt, aufblicken lässt, obwohl uns so manches Mal die Last des Alltags und die bedrückenden Nachrichten aus aller Welt das Aufschauen schwer machen. Und wir staunen, wenn wir die Hinweisschilder an den Bäumen lesen, in wie vielen Organisationen in Uelzen Menschen für Menschen da sind. Wir müssen doch auch das Gute in der Welt erkennen und uns daran freuen dürfen.

Ostern ist das „Trotzdem“ Gottes zum Leben und zur Freude an diesem Leben. Wie dünne Eierschale zerbrach die Macht des Todes am Ostersonntag, und der Engel verkündete das göttliche „Fürchtet euch nicht!“

So wünsche ich Ihnen ein frohes und gesegnetes Osterfest, trotz aller Gräber dieser Welt mit ihrer Macht in unseren Herzen. Die Auferstehung ins Leben beginnt mit unserem vorsichtigen Lächeln in allem Zweifel. Und das Lächeln darf einmünden in das frohe Osterlachen in den Gemeinden, die rufen: Ja, Christus lebt, er ist wahrhaftig auf-erstanden!

Christoph Scharff ist Pastor in den Kirchengemeinden St. Petri und St. Marien in Uelzen. Die Kolumnen stehen auch im AZ-Blog:

Von Christoph Scharff

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