Wort zum Sonntag

Gottes gute Gaben

Herbert Bäsler

„Sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles, im Namen unseres Herrn Jesus Christus“ ist eine der wichtigen Mahnungen des Apostels im Neuen Testament (Epheser 5,20).

Gott Dank sagen, das haben wir kürzlich am Erntedankfest getan. Aber reicht es, einmal im Jahr Gott zu danken? Ich glaube, wer eine Lebenseinstellung hat, die nicht alles als selbstverständlich hinnimmt, verändert das Leben zum Guten hin: wenn ich morgens aufwache und Freude am Leben habe; wenn ich mich darüber freue, dass ich im Frieden leben darf; wenn die Sonne scheint und mich erwärmt; oder einfach, wenn eine Blume blüht und mich erfreut… Manchmal denke ich: was für ein herrliches Wunderwerk, selbst diese ganz gewöhnliche Blume, was für eine Schönheit und welcher Einfallsreichtum des Schöpfers, der selbst ganz alltägliche Pflanzen so kunstvoll bereitet hat! Nicht alles als selbstverständlich hinnehmen, sondern als gute Gaben Gottes: in der Schöpfung nicht nur die Tier- und Pflanzenwelt und ihre Wunder, sondern besonders auch die Mitmenschen, die mir freundlich und liebevoll begegnen. Da gibt es eine Menge zu entdecken, wahrzunehmen und Gott bewusst für viele und vieles zu danken. Aber nicht immer scheint die Sonne und beschert uns einen „Goldenen Oktober“ oder andere schöne Tage im Jahr, sondern manchmal ist es auch lausig kalt, regnerisch und stürmisch, und im Garten hat ein Unwetter die Blumenpracht zerstört. Und manchmal wird die Freude am Leben getrübt durch Krankheit, Leid und Sorgen, und beim Aufwachen ist eine große Last zu spüren. „Sagt Dank Gott, dem Vater, allezeit für alles“ – das fällt uns dann schwer. Aber auch die schweren Tage sind in der guten Schöpferhand Gottes, und vielleicht sollen sie uns Hinweis sein darauf, dass Gott auch aus dem Schweren etwas Gutes machen kann – zum Segen. Daher ist der Schluss des Bibelwortes wichtig, weil für die, die auf Jesus Christus vertrauen, letztlich alle Dinge zum Besten werden müssen, allerdings oft ganz anders, als wir es uns vorstellen.

Von Herbert Bäsler

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