54 Fälle von Gewalt gegen Uelzener Polizisten im vergangenen Jahr

Uelzen: Schläge und Beleidigungen gegen Polizisten

Blaulicht
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Auch Uelzener Polizisten werden Opfer von Gewalt. Die Kriminalstatistik zählt 54 Fälle für 2020. „Es reicht von berechnenden Attacken bis zu Taten unter Alkoholeinfluss“, sagt Uelzens Polizeichef Dieter Klingforth.
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Gewalttaten gegen Polizeibeamte haben im vergangenen Jahr zwar von 83 auf 54 Fälle abgenommen, aber nach der Kriminalstatistik 2020 kommt es immer noch jede Woche im Beritt des Polizeikommissariats Uelzen zu solchen Fällen.

Uelzen/Landkreis – Daher will Polizeichef Dieter Klingforth nicht von einer Entspannung der Lage sprechen. Denn in der Regel sind immer gleich mehrere Feuerwehrleute, Rettungssanitäter und Polizeibeamte von einem solchen Vorfall betroffen. Die Bandbreite der Delikte: Widerstand, tätlicher Angriff, Körperverletzung und Bedrohung.

„Es reicht von berechnenden Attacken bis zu Taten unter Alkoholeinfluss“, schildert Klingforth. Zudem beobachtet der Polizeichef, dass sich zunehmend zunächst Unbeteiligte in Situationen einmischen und damit auch zur Eskalation beitragen – vor allem wenn Alkohol im Spiel ist. So seien manche Einsätze gar nicht mehr von der Besatzung eines einzelnen Streifenwagens zu bewältigen, sondern müssten von vier Beamten absolviert werden, damit Rückendeckung gegeben werden kann. „Man kann viele Dinge nicht mehr zu zweit machen“, sagt Klingforth.

Grundsätzlich gilt für die Arbeit der Polizei: „Das Mittel der Wahl für einen Beamten ist immer das Wort“, stellt Uelzens Polizeichef klar. Verhärtete Fronten seien schlecht und der Einsatz müsse verhältnismäßig sein. Gleichzeitig müssen aber auch die Regeln durchgesetzt werden. In diesem Spannungsfeld fielen die Entscheidungen im Einsatz. „Bedenklich wäre in dem Zusammenhang ein Rückzug der Polizei“, sagt Klingforth.

Positiv ist aus seiner Sicht die bessere Ausstattung der Polizisten – wie etwa der flächendeckende Einsatz von Bodycams. Außerdem habe sich die Einführung neuer Straftatbestände zum Schutz von Sicherheits- und Rettungskräften im Jahr 2017 bewährt.

Zum großen Teil unproblematisch ist hingegen das Einsatzgeschehen bei der Auflösung von sogenannten Corona-Partys. „In der Regel verhalten sich die Leute einsichtig“, berichtet Hans-Jürgen Nischk, Leiter des Uelzener Kriminalermittlungsdiensts. Gewalttätig werde kaum jemand und mit einem Gespräch ließe sich die Sache klären. „Es ist eher so, dass die Leute sich verstecken oder schnell aus dem Fenster springen, um noch abzuhauen“, schildert Nischk.

Das Ordnungsgeld treiben die Polizisten aber nicht vor Ort ein, sondern die Ordnungswidrigkeiten werden an den Landkreis Uelzen als zuständige Behörde weitergegeben.

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