Ehra-Lessiens Bürgermeisterin hofft auf rasche Klarheit über das Bauvorhaben

Genervt vom A 39-Hickhack

Jenny Reissig

Ehra-Lessien. „Mal wird die A 39 gebaut, mal nicht. Mal ist Geld da, mal nicht. “ Jenny Reissig, Bürgermeisterin der Gemeinde Ehra-Lessien, ist alles andere als begeistert vom ständigen Hickhack um die Autobahn 39.

Kirsten Lühmann

Der mögliche Bau wird die Gemeinde Ehra-Lessien auch im nächsten Jahr beschäftigen. „Die Kommunen warten darauf, dass sie ihre Stellungnahmen abgeben können, aber das Planfeststellungsverfahren läuft noch“, erläutert Reissig. Sie ist davon überzeugt, dass die Kommunen nicht viel Einfluss auf den Bau der A 39 nehmen können. „Der Autobahnbau ist Bundesgesetz. Wir können nur versuchen, aus dem Schlechten das Beste zu machen“, sagt sie. Deshalb sei man in Arbeitskreisen vertreten, um wenigstens vor Ort die Infrastruktur im Blick zu haben. Gerne hätte die Gemeinde die Autobahnabfahrt weiter nördlich von Ehra-Lessien – aber das sei nicht gewollt, so Reissig.

Doch wie wahrscheinlich ist es nun, dass die A 39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg überhaupt gebaut wird? Diese Frage werde sich in den nächsten vier Jahren entscheiden, meint Kirsten Lühmann, SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Celle-Uelzen, nachdem sie jetzt das Infrastrukturprogramm des Bundes für die Jahre 2011 bis 2015 studiert hat. „Wenn es den ersten Spatenstich zwischen Wolfsburg und Ehra gibt, dann ist klar, dass die Autobahn 39 gebaut wird – und zwar auf der gesamten Länge“, meint Lühmann. Allein dieses Teilstück werde etwa 137 Millionen Euro kosten. „Wenn das ausgegeben wird, lässt man nicht die Autobahn irgendwo in der Pampas enden, sondern baut sie komplett“, ist Lühmann überzeugt. Allerdings sei aufgrund der Finanzsituation fraglich, welches der zahlreichen Bauprojekte in Bund und Land realisiert werden könne. Nicht zuletzt habe die A 39 einen großen Konkurrenten: die „Ostsee-Autobahn“ A 20. Das sei „dann definitiv eine Autobahn zu viel“, meint die SPD-Abgeordnete.

Derzeit werde eine neue Kosten-Nutzen-Analyse für die A 39 ausgearbeitet. „Wenn dieses Ergebnis vorliegt, dann ist entscheidend, ob das Projekt in der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans im Jahr 2015 im vordringlichen Bedarf ist“, sagt Lühmann. Seite 8

Von Carola Peiser und Thomas Mitzlaff

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