Gemeinsam statt gegeneinander

„Innenstadt Uelzen“, so heißt der Verein, den Geschäftsleute aus dem Zentrum der Uhlenköperstadt jetzt ins Leben gerufen haben. Beim angestammten Handelsverein und dem Verband der Uelzener Wirtschaft stößt die Neugründung auf Argwohn.

Manches Mitglied mag wohl befürchten, dass nun eine Konkurrenzvereinigung entstanden ist, die den bereits organisierten Händlern das Leben schwer machen will. Doch dieses Misstrauen ist fehl am Platz, denn „Innenstadt Uelzen“ sieht sich selbst als Ergänzung und nicht als Rivalen der beiden arrivierten Organisationen. Ohnehin wäre es falsch, wenn sich die drei Vereine nun eifersüchtig gegenüber stünden. Vielmehr sollten sie an einem Strang ziehen, um gemeinsam die Innenstadt aufzuwerten. Eine Alleinvertretung für die Interessen der hiesigen Geschäftsleute darf niemand für sich beanspruchen, auch wenn Handelsverein und Wirtschaftsverband – siehe Weihnachtszauber – in der Vergangenheit schon viel für Uelzen auf die Beine gestellt haben. Doch jetzt geht es darum, die Kräfte zu bündeln – aber nicht, wie mancher es sich wünscht, ausschließlich unter dem Dach des Handelsvereins. Stattdessen sollten von allen Seiten möglichst viele kreative Ideen in einen Pool geworfen und zum Wohl der Stadt Uelzen verwirklicht werden. Da ist es gar nicht verkehrt, dass nun mehr Händler organisiert sind als noch vor einigen Wochen. Die Möglichkeiten, Uelzen attraktiver zu gestalten, sind vielfältig. Warum zum Beispiel nicht den Bahnhof als Ideengeber aufgreifen und die Fassaden der Geschäfte in den Marktstraßen mit Hundertwasser-Kunst verzieren? Oder weiteres Grün an den Fahrbahnrändern pflanzen? Oder ein gemeinsames Beachvolleyball-Turnier an zentraler Stelle in Uelzen auf die Beine stellen? Oder eine echte Attraktion auf der tristen Rasenfläche am Herzogenplatz schaffen? Die Herausforderungen sind groß, die Chancen, Uelzen schöner zu machen, ebenso. Nur mit gemeinsamer Anstrengung – ohne Eifersüchteleien und ohne übermäßige Empfindlichkeiten – können Handel und Gewerbe diese Stadt voranbringen. Und davon würden letztlich alle Seiten profi- tieren.

bernd.schossadowski@cbeckers.de

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