Arbeitnehmer und Gewerkschaften demonstrieren auf dem Herzogenplatz

Gemeinsam für Gerechtigkeit

Zahlreich versammelten sich die Demonstranten auf dem Herzogenplatz in Uelzen. Foto: Wendlandt

aja Uelzen. Ein breites Bündnis für soziale Gerechtigkeit präsentierte sich gestern Vormittag zum 1. Mai auf dem Rathausplatz in Uelzen.

Mehr als zehn verschiedene Gruppen hatten sich rund um den Herzogenplatz versammelt, um ihre Botschaft für soziale Gerechtigkeit, Solidarität, gute Arbeit, sichere Rente, gutes Leben zu verkünden. Allen voran Bürgermeister Otto Lukat, der in einem kurzen Abriss Übergriffe auf die Gewerkschaftsarbeit der letzten 100 Jahre skizzierte, derer sich die Arbeitnehmer auch weiterhin erwehren sollten. „1990 entfernte man das Wort ,sozial’ vor der Marktwirtschaft“, erläuterte er Hintergründe prägender Entwicklungen. Heute gelte es, sich für das Prinzip der Einheitsgewerkschaft einzusetzen. „Wir müssen uns gegen Sparten-Gewerkschaften wehren. “.

Keiner Spartengewerkschaft, sondern der IG Metall gehören Olaf Perau, Leiter der Vertrauensleute, und seine Kollegen der 22-jährige Marco Lietz und der 21-jährige Fabian Kumm an, die froh sind, in der Winkelmann Gleichstrom-Motorenfabrik einen Arbeitgeber zu haben, der ihre Arbeit schätzt und auch ihr Engagement, für Arbeitnehmerrechte einzutreten, als fairen Umgang zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer erachtet. So formulierten sie bei der Maikundgebung stellvertretend für alle Arbeitnehmer Wünsche für die Zukunft.

Gegen trübe Aussichten wetterte auch Lennard Aldag von der IG Metall Celle-Lüneburg mit einer flammenden Rede für ein soziales Europa. „Jede und jeder Studierende der Volkswirtschaft lernt im ersten Semester, dass die volkswirtschaftliche Gesamtrechnung immer null sein muss. Das heißt die Schulden der einen sind die Guthaben der anderen.“ Damit forderte Aldag, die dramatische Entwicklung der Umverteilung von unten nach oben zu stoppen und dies auch in Solidarität mit Arbeitnehmern in ganz Europa bei den anstehenden Tarifverhandlungen deutlich zu machen. „Wir werden es nicht akzeptieren, dass Menschen mit den höchsten Einkommen und hohem Vermögen keinen angemessenen Beitrag für die Gesellschaft leisten.“

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