Gegner sehen Umdenken, Politiker nicht

bo Isenhagener Land. Der Dachverband der 35 Bürgerinitiativen gegen die geplante A 39 verbreitet einmal mehr Optimismus, dass das von ihm kritisierte Projekt scheitern werde. Zum einen begrüßen die A39-Gegner jetzt wesentliche Aussagen, die das Bundesverkehrsministerium im Entwurf für einen neuen "Masterplan Güterverkehr und Logistik" trifft.

"Dieser Plan lässt an etlichen Punkten ein Umdenken in der Verkehrspolitik erhoffen", meint Dachverbandssprecherin Annette Niemann, "sollte er ernsthaft umgesetzt werden, würden unsinnige Prestige-Autobahnprojekte mit geringem Nutzen-Kosten-Verhältnis wie die A 39 hinfällig." "Niemann weist insbesondere auf Bekenntnisse zur Verkehrsvermeidung, zur Verlagerung von Verkehr auf die Schiene, zu umwelt- und klimaverträglichen Verkehren unter Anrechnung externer Kosten, zu Vermeidung von Flächenverbrauch und zur Entlastung der Anwohner von Lärm und Immissionen hin. Die Initiativen verweisen auch auf die jüngste Erklärung der norddeutschen Regierungschefs zur Seehäfen-Hinterlandanbindung, die den Bau der A39 "unmissverständlich ausklammert". In diese Richtung gehe auch die angekündigte Überprüfung des bisherigen Bundesverkehrswegeplans im Jahre 2010, nachdem sich seit dessen Verabschiedung die "Rahmenbedingungen" verändert und die Bedarfe für die Erhaltung des bestehenden Verkehrsnetzes erhöht hätten. Derweil können die Landtagsabgeordneten aus dem Gifhorner Nordkreis einen Politik-Schwenk in der A39-Frage nicht bestätigen. Die Autobahn stehe im Koalitionsvertrag und werde in nahezu jedem Gespräch erwähnt, sagt die CDU-Parlamentarierin Ingrid Klopp. Sie habe persönlich von Regierungschef Christian Wulff die Aussage gehört, dass an dem Projekt nicht gerüttelt werde. Auch Klaus Schneck (SPD) sagt: "Mir sind keine neuen Fakten bekannt. Ich gehe davon aus, dass die Beschlusslage zur A39 nach wie vor gilt." Erschienen: 18.03.2008: IK / TZ / Seite:3

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