Zwei Tiere aus Ebstorf und Eschede sollen erneut zum Abschuss freigegeben sein

Neue Wolfsjagd in Ebstorf?

Wolf im Fadenkreuz eines Gewehrs
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Wolf im Fadenkreuz: Das Umweltministerium in Hannover soll fünf Wölfe in Niedersachsen zum Abschuss freigegeben haben, darunter zwei aus dem Landkreis Uelzen
  • Gerhard Sternitzke
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Das Umweltministerium in Hannover soll fünf Wölf in Niedersachsen zum Abschuss freigegeben haben. Die AZ hat nachgefragt.

VON GERHARD STERNITZKE Ebstorf/Hannover – Gibt es einen neuen Versuch, zwei Wölfe aus dem Landkreis Uelzen zu erlegen? Die Ausnahmegenehmigung für den Abschuss des Rüden aus dem Ebstorfer Rudel und eine Fähe aus einem Rudel im Bereich Eschede war im Juni vergangenen Jahres ausgelaufen, ohne dass die Tiere getroffen worden wären. Sie hatten nachweislich wiederholt sogenannte wolfssichere Zäune im Kreisgebiet überwunden und Nutztiere, vor allem Schafe, gerissen. Nach einem Bericht der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung hat das Umweltministerium in Hannover Genehmigungen für insgesamt fünf Tiere erteilt, darunter auch zwei Wölfe aus dem Kreis Uelzen. Das Umweltministerium bestätigt den Bericht nicht, dementiert ihn aber auch nicht. „Wir haben am Mittwoch den Umweltausschuss in vertraulicher Sitzung über den Stand der Ausnahmegenehmigungen unterrichtet“, teilt Ministeriumssprecherin Lotta Cordes auf AZ-Nachfrage mit. „Über Zahl und Ort der Ausnahmegenehmigungen geben wir weiterhin keine Auskunft.“ Über die Abschussgenehmigung im vorigen Jahr hatte das Ministerium offen informiert. Grund für die Geheimhaltungspolitik jetzt ist laut Cordes der Druck, der auf Tierhalter und beauftragte Jäger ausgeübt werde. Hierzu wird Umweltminister Olaf Lies (SPD) zitiert: „Die Entscheidung über die Entnahme einzelner Tiere ist ganz sicher kein Staatsgeheimnis. Wir scheuen hier auch keine gerichtliche Überprüfung“, so Lies. Das Auskunftsrecht der Öffentlichkeit stoße aber dann an Grenzen, wenn Ruf und Leben von Menschen bedroht seien. „Die Erfahrungen mit Mobbing und Bedrohungen Betroffener lassen aktuell leider keinen gelasseneren Umgang zu“, erklärt Minister Lies. „Todeswünsche für Schäfer in Social Media und Schüsse auf einen Hochsitz sind nur einige der leider zahlreichen Beispiele, was Beteiligte hier zu befürchten haben.“ „Jeder der beauftragten Jäger handelt im staatlichen Auftrag“, stellt auch der Suderburger Landtagsabgeordnete Jörg Hillmer klar, der nach eigener Auskunft nicht Mitglied im Umweltausschuss ist und nur gerüchteweise von der Genehmigung gehört hat. Grundsätzlich würde er einen neuen Anlauf begrüßen: „Es entspricht unserer Forderung, dass wir auffällige Wölfe entnehmen.“ Der Landtag hat sich am Donnerstag dafür ausgesprochen, den Wolf ins Jagdrecht aufzunehmen. Damit schaffe man die Voraussetzung für eine Regulierung der Bestände, wenn Bund und EU das Erreichen eines stabilen Bestands der geschützten Art feststellen. „Die Wölfe verdoppeln sich alle drei Jahre.“

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